Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1844975
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1846601
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TIZIAN IN AUGSBURG. 
CAP 
XVI. 
sönlicher Einfluss bei Karl wie bei Ferdinand gleich mächtig war; 
Christine von Dänemark, die Wittwe zweier Gatten: des Fran- 
cesco Sforza und des Franz von Lothringen; Anna, die Tochter 
König Ferdinands mit ihrem Gemahl Herzog Albert dem. III. von 
Bayern und vier Schwestern von ihr; sodann Dorothea, Christi- 
nen's Schwester, Gemahlin des Pfalzgrafen Friedrichs des II.; 
Nicole Bonvalot, Gemahlin des Kanzlers Granvella. Dazu kamen 
hochstrebende junge Fürsten wie Filibcrt Emanuel, der Herzog 
von Savoyen, der Begründer der Grösse seines Hauses, verlobt 
mit einer Tochter König Ferdinands, die er jedoch niemals hei- 
rathete, und der glänzende Moritz von Sachsen, der seine gefahr- 
lichen Pläne unter der Maske des leichtsinnigsten Lebens ver- 
barg, dann der Herzog von Alba, der Prinz von Salerno, die 
Granvellais, Gaztelü, Figueroa, Vargas, Alessandro Vitelli, Gio- 
vanni Castaldo und zahlreiche spanische und italienische Heer- 
fiihrer. 
Nach 
den 
Berichten 
des 
venezianischen 
Gesandten 
beim 
Reichstage, Moeenigo, War Nicholas Granvella ehemals arm und 
gering, jetzt ein reicher Herr mit aufsteigendem Sterne. Er 
stand schon im sechszigsten Jahre und war kränklieh, aber noch 
immer ein stattlicher Hofmann und nach der Meinung der Zeit- 
genossen der umsiehtigste Staatsmann dieser Tage. 13 Karl der V. 
nannte ihn sein "Ruhebetta", denn er Wusste stets die Sorgen 
der Majestät durch seine Rathsehläge zu besehwichtigen. Man 
erzählte sich ganz offen, dass er Geschenke annehme, aber 
ebenso War öifentliehes Geheimniss, dass Karl der V. dies wusste 
und unbedenklich zuliess. Antonio Granvella, sein Sohn, be- 
durfte dieser Einnahmequelle nicht  obgleich er sie schwerlich 
verschmähte  denn er besass durch Benefizien ein Jahresein- 
kommen von 14,000 Dukaten und theilte mit seinem Vater die 
Gunst und das Vertrauen des Kaisers. 
In dem weitschichtigen Werke von Hortleder ist eine der 
gelungensten Darstellungen die, wie die beiden Granvellas sich 
bei C. 
13 Buchholtz a. a. O. VI. S. 516. 
M Brief KarYs des V. an Philipp 
Granvelle, Paris 1843, I. S. II-IV. 
Weiss, 
cFöbat du Cardinal 
Papiers 
de
        

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