Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1844975
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1846489
Ei 
TIZIAN'S TOCHTER. 
CAP. 
XV 
zian habe denselben Gegenstand auch für Francesco Assonica in 
Venedig gemalt. 5' Möglich, dass dem Meister Bilder der Per- 
sonen, die er darstellen sollte, geliefert wurden. Denn der Be- 
trachter fühlt sich unweigerlich aus den Regionen der Phantasie 
in die einer eigenartigen Civilisation versetzt; doch ändert dies 
nichts an dem Eindrucke der vollendeten Kunst, womit das Fleisch 
geadelt und die Farbeniiache behandelt ist, die hier wie in Flo- 
renz eine Kraft und Breite zeigt, deren auch der grösste Maler 
nur in seinen besten Tagen fahig war. 
Es müsste Wunder nehmen, wenn diese Klasse von Gegen- 
ständen, welche die feinen Reizungen der Sinne und der Seele 
in idealer Formenharmonie beschwichtigt, nicht allmälig zum Ge- 
meinplatz der Nachahmer geworden wäre. Es ist deshalb aber 
nöthig, die mehr oder minder glücklichen Variationen des Thema's, 
welche dem Meister nicht angehören, kurz zu charakterisieren. Hier 
Madrid, muss zuerst ein zweites Exemplar in Madrid erwähnt werden, 
Museum. _   
welches in der allgemeinen Anordnung dem späteren Florentiner 
,Venus-Bilde" entspricht mit der Zuthat des Orgelspielers, der 
jedoch hier ohne Degen erscheint, und einer Fontaine nebst Pap- 
pelallee im Hintergrunde, sodass also auch das vorgenannte Ma- 
drider Original einige Zuge beigetragen hat. 52  Eine ähnliche 
Mischung dieser beiden Hauptmotive bietet ferner das Exemplar 
Cambridge, im Museum Fitzwilliam zu Cambridge, auf welchem der kleine 
Museum Amor das Haupt der Göttin bekränzt und der Galan die Laute 
spielt?  Wieder als Abwandlung hiervon muss das freilich 
LIadrid, 
Museum  
51 Nach Riclolü I. 253 und 254 kam das von Tizian für Fr. Assonica ge- 
malte Bild nach England. 
52 ltiadrid, Museo del Prado N0. 4150, Leinwand h. 1,48 M., br- 2,17 Mß, 
obgleich seit 1665 bestimmt in Madrid nachweisbar und an der Wand nahe der 
Schulter des Ritters mit der (späteren) Inschrift „TITIANVS" bezeichnet, ist es 
dennoch nicht Original: Venus liegt ohne Blume in der Hand auf dem Pfülll und 
lauscht dem Geflüster An1or's, den man im Profil sieht; in der Hauptsache ent- 
spricht die Gruppe dcr in Florenz. Photographiert von Laurent. 
53 Das Bild in Cambridge (Leinwand, N0. 14) befand sich ehemals in der 
Galerie der Königin Christine von Schweden (s. Campori, Cat. S. 339), dann in der 
Galerie Orleans und wurde von Viseount Fitzwilliam für 1000 f St. gekauft. Die 
Beschreibungsagt: "Bild der Venus auf rothem Sammetlagcr, den linken Arm auf 
weisscm Laken, in der Rechten eine Flöte haltend, vor ihr eine Geige und auf.
        

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