Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1844975
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1846476
E 
VENUS' 
GRUPPEN. 
E 
Die „Venus von Madrid  in manchem Betracht Wiederhclung 
der Florentinischen, deren Körperlage und Gliederbau sie hat, 
zeigt anderes Gesicht und noch frauenhaftere Figur. Cupido ist 
verschwunden, auch spielt sie nicht mit Blumen; aber allein ist 
sie nicht, sie streichelt den Rücken ihres zimmetfarbigen Schooss- 
hündchens, und dessen Gebell stört einen am Fusse ihres Lagers 
sitzenden Mann, der vom Rücken sichtbar die Orgel spielt und 
sich wendet, um zu schelten, indess seine Hände auf den Tasten 
des Instrumentes ruhen. Hinter dem Balkon blickt man in einen 
Madrid. 
Museum. 
langen Laubengang, in dessen Schatten ein paar Jäger mit ihrem 
Hunde, ein Hirsch und ein auf dem Rande des Springbrunnens 
sitzender Pfau sich zeigen. Die gestutzten Baumreihen erinnern 
weit eher an Park und Paläste, als an Cypern und Naxos. Es 
könnte in der That scheinen, als hätten wir bestimmte Indivi- 
duen vor uns, als Wäre dieses Mädchen in seinem Schmucke 
von Armbändern und Perlenhalsband die Angebetete, zu der die 
Klänge aus der Orgel des Ritters, den Kleidung und Degen als 
solchen kennzeichnen, huldigend emporsteigen. Eine entfernte 
Aehnliehkeit desselben mit Ottavio Farnese, wie ihn die neapo- 
litanische Porträtgruppe zeigt, ist nicht ganz abzuweisen, aber 
das Geheimniss der Scene hat der Künstler nicht venathenfo 
Ein sehr ähnliches Bild befand sich, wie wir sogleich sehen 
werden, im Besitz der Granvellzüs, während Ridolfi berichtet, Ti- 
natischen Erbe stammend, nicht frei von Schäden infolge von Abputzung und Nach- 
hilfen. Das Gesicht der Venus hat eine allgemeine Aehnlichkeit mit dem Frauen- 
porträt in Dresden, welches "Lavinia" benannt ist (s. darüber später). Gestochen 
von Massard, photographiert von Braun. 
50 Madrid, Museo del Prado No.459, Leinwand hoch 1,36 M., breit 2,30 M. 
Das Bild hat sich seit 1665 bestimmt in Spanien befunden (s. Madrazds Katalog) 
und soll in Karls des I. Sammlung gewesen sein (s. Bathods Katalog S. 96). Die 
Fläche ist durch wiederholte Reinigung und Nachbesserung angetastet und dadurch 
hat der Kopf der Venus sehr gelitten; die Umrisse sind theils verputzt, theils durch 
Uebermalung verändert, die rechte Hand des Orgelspielers ist verschmiert. Die 
Porträtgruppe, auf welche wir anspielen, ist oben Oap. XIV. erwähnt. Photographiert 
ist das Bild von Laurent.  Eine Copie davon (ebenfalls kein echter Tizian) findet 
sich in der Sammlung Fenaroli in Brescia, eine zweite kam i. J. 1850 beim Ver- 
kauf der Sammlung des Königs von Holland für 1000 Francs in die Hände des 
Mr. Brondgeest, ist jetzt jedoch wieder im Haag in der Sammlung: des Prinzen 
Friedrich der Niederlande.
        

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