Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1844975
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1846455
ÜAP. 
VENUS- 
;GRUPPEN. 
595) 
nigfaltigkeit. Jede Einzelheit im Bilde hat ihr Recht zu sein; 
wesentlich oder nebensächlich tragt sie bei "zu dem prachtvollen 
Farbenspiele. Es ist möglich, dass Tizian mehr als einmal auf- 
gefordert war, diese Composition zu wiederholen. Jedoch die 
einzige bekannte Arbeit dieser Art, bei Lord Yarborough, liefert England, 
den Beweis, dass sie den Iländen seiner Schüler, und namentliehsfääliigiii 
dem Cesare Veoelli, überlassen blieb, der nach Belieben die 
Typen, die Gesichter und den Anzug änderte, ohne jedoch die 
Grösse und Vollkommenheit seines Meisters und Verwandten auch 
nur annähernd zu erreichen. 48 
Uebrigens tiel es Tizian nicht ein, sich von seinen besten 
Schätzen zu Gunsten derer zu trennen, die da wähnten, er werde, 
weil ihn der Kaiser berufen, niemals wieder über die Alpen zurück- 
kehren oder Wenigstens keine Musse finden, den Wünschen un- 
fürstlicher Liebhaber zu entsprechen. Zahlreiche Bilder an seinen 
Wänden waren freilich nur für die Paläste der Grossen geeignet. 
Diese stellte er nun zurecht, um sie nach Augsburg mitzuneh- 
men, wo er einen ausgezeichneten Markt für solche Waare zu 
finden hoifte. 
Von den Werken dieser Periode aber hatte allein schon die 
„Venus von Madrid" ausgereicht, dem Meister die Unsterblichkeit 
zu sichern, und von ihr besitzen wir noch ein Gegenstück oder 
vielmehr eine altere Nebenbuhlerin in der "Venus mit Cupido "i 
in Florenz, eine jener classischen Nacktiiguren, die dem Ideale 
wirklicher Lebensschönheit so nahe stehen wie ihre griechischen 
Schwestern dem plastischen. Wenn uns die ältere „Venus" in Flo- 
renz stark in Zweifel lässt, ob Tizian in ihr eine Göttin oder ein 
Menschenkind darstellen wollte, so ist bei dieser die Absicht 
_MJ 
43 Das Bild bei Lord Yarborough, Leinwand, ist bezeichnet "Trtrxnrrvs F." 
und steht dem Exemplar im Louvre bedeutend nach. Christus tragt hier grünes 
Pilgerkleid, Kleophas Roth, Lukas Gelb, der Knabe hat graue Mütze und rothe 
Kutte," der Wirth olivengrunes Wams. Die Köpfe weichen durchweg von denen 
des Originals ab; Kleophas ist bartig; die hinter ihm sichtbare, ebenfalls anders 
behandelte Landschaft wird durch einen Pfeiler durchschnitten, der auf jenem fehlt. 
Trotzdem lasst sich nicht leugnen, dass dieses Bild genau mit dem bei Zanetti, 
Pitt. Ven. S. 165 im Dogenpalast beschriebenen stimmt. Es ist durch Firniss und 
Schmutz sehr verdüstert und an verschiedenen Stellen übermalt, sodass ein ganz 
bestimmtes Urtheil allerdings zurückgehalten werden muss.
        

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