Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1844975
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1845278
ß 
XII. 
DIE 
.SGHLACHT 
BEI 
CADOREL 
zu tragen und im Nothfalle seinem Widersacher zuvorzukommen. 
Indessen scheint nichts in dem damaligen und späteren Verhalten 
Tizian's die Vorsichtsmaassregeln, die Pordenone in der That ge- 
troffen haben soll, zu rechtfertigen. Tizian gebrauchte edlere 
Waifen. Er machte die Schädigung, die er sich selber zugefügt 
hatte, durch ileissige Arbeiten an dem Schlachtengemalde wett. 
Noch heute empfindet man den Verlust, den der Untergang dieses 
Werkes der Kunstgeschichte gebracht hat. Copien, Zeichnungen 
und Kupferstich geben wohl ein allgemeines Bild von der An- 
ordnung der Composition, aber lassen nur umso beklagenswerther 
erscheinen, dass uns die volle Wirkung entzogen ist. Die Zeit- 
genossen ergingen sich in überschwänglichem Lobe über das Werk. 
Vasari erklärt, es habe für das beste und schönste im ganzen 
Saale gegolten", und Sansovino bestätigt dieses Urtheil durch 
seine Beschreibung. „Mit -unglaublicher Kunst und Ausdauer"  
sagt er  "stellte Tizian die Schlacht von Spoleto dar. Beson- 
ders hervorragend unter den zahlreichen vortrefflichen Einzel- 
heiten erscheint der Feldhauptmann, der vom Getöse des Kampfes 
aufgeregt sich von_ seinem Knappen den Harnisch anlegen lässt. 
In seinem Kürass spiegelt sich mit erstaunlicher Treue der Glanz 
der Waffen und der Wiederschein der Kleider seines Pagen. Da 
sieht man ferner einRoss von ungerneiner Schönheit und eine 
junge Magd, die voll Entsetzen im Blick aus der Tiefe eines 
Grabens mühsam an's steile Ufer heraufklimmt." 
Er fügt ausdrücklich hinzu, .es habe sich keine Inschrift auf 
dem Bilde befunden? Dies muss, da sonst alle Darstellungen in 
dem Saale mit Legenden versehen waren, eine besondere Bewand- 
niss gehabt haben. Unter dem Fresko, Welches durch Tizian's 
Gemälde zugedeckt wurde, stand bis zum Jahre 1425 eine Unter- 
schrift, welche besagte, dass hier die Erinnerung an einen Sieg 
der kaiserlichen Waffen über die päpstliche Partei verherrlicht 
werden sollte? Wir müssen Antwort auf die nahe liegende Frage 
 
" Vasari XIII. 28, 29. 
8 Sansovino, Ven. descr. ed. Martinioni S. 327. 
9 Lorenzi a. a. O. S. 61. Die Inschrift lautet: "Urbs 
favebat obsessa et victa ab imperatore deletur." 
Spoletana que sola pape
        

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