Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1844975
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1846325
A352 
TIZIAN'S TOCHTER. 
CAP. 
liesse. Ihm eigen ist dieser durch bewunderungswürdiges Aus- 
arbeiten reichlichen Pigments hergestellte leuchtende Fleisehton, 
seine künstlerische Handschrift erkennen wir in der nicht mit 
Linien umzogenen, sondern durch die stolfliche Beschaffenheit 
der benachbarten Flächen markirte Zeichnung, seine Technik in 
dem Wechsel scharfer und gewischter Pinselstriche, an der zarten 
Modellierung in blendendem Licht, an der feinen Lasur, den Kirsch- 
lippen und dem funkelnden Auge, von dem wir wohl begreifen, 
dass es dem Vater ins Herz drang.  
"I Lavinia's gelbes nach oben zusarnmengekämmtes Haar fallt 
L in natürlichen Löckchen auf die Stirn. Ohrringe und Perlenhals- 
band glänzen mit grauen Reflexen auf der rosig frischen Haut. 
Die ätherische Gaze auf den Schultern contrastiert mit der steifen 
Pracht des tief ausgeschnittenen Seidendamastkleides, dessen Falten 
bei flachem Wurf und Druck sich in weisslich grauem und gilb- 
lichem Schimmer heben und senken. Die linke Hand mit dem 
Perlenarmband ist beim Aufraiifen der Schleppe anmuthig herab- 
geglitten, während die rechte, nur bis zur Taille _erhoben, den 
fahnchenartigen Fächer bewegt. In ihrer ganz ungezwungenen, 
von Toilettenkünsten nicht beengten Haltung, die sogar, wenn 
man die lose Verschnürung des Leibchens beachtet, etwas ans 
Nachlässige streift, erscheint die Figur nichts weniger als elegant, 
aber dennoch voller Anmuth. Bei aller Jugendfrische und Heiter- 
keit des Ausdrucks herrscht einfacher Adel vor? 
Als der Meister in weiter vorgerücktem Alter das Wohl- 
bekannte Bild malte, Welches von van Dyck radirt wurde  ein 
Bild, in dem der interessante Zustand der Dame und die Ge- 
berde Tizian's sowie der Todtenschädel im linken Vordergrunde 
29 Dresden, Galerie N0. 229, Leinwand h. 1,02 M., br. 0,88 M., i. J. 1827 
auf neue Leinwand übertragen und anscheinend wohl erhalten; der braune Hinter- 
grund verdunkelt sich nach links hin. Das Bild wurde in Modena erworben und 
stammt aus dem Erbe der Este. Es ist gestochen von Basan, photographiert von 
der photographischen Gesellschaft in Berlin. Eine freie Copie von italienischer 
Hand besitzt die Galerie zu Kassel, Leinwand, dem Tizian zugeschrieben; die 
_Züge stimmen jedoch mit dem Dresdener Bilde nicht überein. Eine zweite Copie 
1m Belvedere zu Wien rührt von Rubens her und hat mehr llandrischen Charakter. 
Eine Studie zum Dresdener Original in rother und schwarzer Kreide befindet sich in 
der Albertina. zu Wien.
        

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