Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1844975
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1846198
XIV. 
DIE "DANAE" 
NEAPEL. 
469 
Bogen fest. Auf Danaefs Antlitz, dessen Stirn beschattet ist, säumt 
noch ein Hauch des Lichtes, das sich schmeichlerisch über Büste 
und Arm verbreitet und auf der herabhängenden Hand sammelt, 
wo es Spange und Ring bestrahlt, während die Finger des schönen 
Mädchens mit einem Tuehe spielen; aber das Auf- und Abgleiten 
des Lichtes und Schattens ist so sanft, dass die Grenzen sich 
verwischen und nur ein zartes Wogen wahrgenommen wird. So 
vollendet gestimmtes Helldunkel, so feine Modellierung und solch' 
schwellendes Fleisch finden sich kaum zum zweiten Mal, und 
doch sieht man bei genauer Betrachtung, wie Tizian an den vor- 
tretenden Stellen ausgedehnte Lichtmassen, durch noch hellere 
kräftig aufgesetzte Glanzpunkte gehoben, angesammelt hat, wäh- 
rend perlfarbene Halbtöne von höchster Zartheit und durchsichtige 
Schichten von tieferem Ton mit unübertreiflicher Geschicklichkeit 
durch Aceente und Lasuren gebrochen und zugleich verbunden 
sind. T" 
76 Neapel, Museo Nazionale, Correggio-Saal No. 5, Leinwand h. 2 Br. 21h, 
br. 3 Br. llfe. Est ist ungleich gereinigt und an manchen Stellen nachgebessert, 
sodass die Farbenhaltung gelitten hat, doch sind dies alte Schäden, wie das Bild 
auch alten gelben Firniss hat. Retouehiert sind: am Kopfe Danads die Partie im 
Wolkenschatten, der Umriss des Haares und die Schatten am Amor, welche durch 
Naehstrieheln abgeschwächt sind. Ueber die Entstehung des Bildes s. Ridolii I. 
S. 231; es befand sich bis nach 1630 in der farnesischen Sammlung (s. Campori, 
Racc. di Cat. S. 212). Gestochen ist es von Strange.  Eine Wiederholung des 
Bildes, benannt „Denae mit einem Knaben, von Tizian", wird in einem Katalog 
von Gemälden aufgeführt, welche dem Prinzen Pio von Savoyen in Rom i. J. 1776 
gehörten (Cittadella, Notizie S. 556).  Copien wurden viele davon gemacht. Eine 
von Franceseo Quattro Gase war 1680 in der farnesischen Sammlung (Gampori, 
Cat. 8.280). Von noch vorhandenen Wiederholungen erwähnen wir: Prag, Galerie 
Nostiz; hier haben wir unter Paolo Veronesrfs Namen ein kalt behandeltes, nicht 
unbeschädigtes Bild auf Leinwand von sorgfältiger Ausführung, schwach und offenbar 
von einem Fremden, der venezianische Meister nach Tizian studiert hat. Dudley 
House: kleiner als das vorige und mit ganz dunklem Hintergrund, von einem 
Maler der venezianischen Verfallzeit; eine ähnliche in Cobham Hall. Venedig, 
Akademie N0. 347: Copie mit Veränderungen, angeblich von Contarini. Noch 
ein Exemplar dieser Art befand sich in der weiland Lord Northwickschen Ga- 
lerie. Wie wir noch sehen werden, wurde der Gegenstand in späteren Jahren von 
Tizian selbst wiederholt und unendlich oft nachgebildet  Die "Skizze zum grös- 
seren neapolitanisehen Bilde" in der Sammlung" des Sir Richard Wallaee (ausgestellt 
in Bethnal Green unter N0. 316) ist offenbar nicht von Tizian, wie sie auch nieht 
vor, sondern nach dem Originale gemacht ist.
        

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