Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Grundsätze der Ölmalerei und das Verfahren der classischen Meister
Person:
Ludwig, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1841768
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1842989
Zweiter Abschnitt. 
Sowie die Decke der lichtabsorbirendere Theil wird, kann 
kein blauender Schein mehr hervortreten. In den Farben 
transparenten Blaupigments über Weiss kann man daher 
keinen blauenden Mediensehein mehr erblicken, sondern auf 
ihr Blau wird vielmehr der warme Medienschein störend 
einwirken. Es wird demnach auch  wie wir sehen werden 
 in der Behandlung dünner Transparentschichten von Blau 
über Hell ähnliche Vorsicht nothwendig, wie in h albdecken- 
den Medienschichten über Hell, oder wie in dünnen Schichten 
warmer D eckfarben über Schwarz. Wird aber auf Weiss 
die Transparentschicht von Blau so hoch, dass sie das Licht 
des Grundes aufhebt, so kommt dann in den trübenden Par- 
tikeln ihrer Oberfläche wieder blauenderMediensehein zur Kraft, 
und da dessen Farbe in der Farbenrichtung des Pigments 
liegt, so verschont er dasselbe. 
Es kommt also für die blauende Nlediexxfafbe darauf an, 
dass eine schwach liehtreflectirende Decke eine im Verhältniss 
zu ihr lichtabsorbirende Unterlage zu uns hindurchscheinen 
lasse. 
Betrachtet man eine warme Medienschicht auf hellem 
Grunde, indem man sie neben eine blauende auf dunklem 
stellt, so kann man sich des Gefühles nicht erwehren, dass 
aus der ersteren hervor das Licht auf uns eindringe, und 
dagegen das schwache Oberflächenlicht der zweiten in den 
dunklen Grund hinein von uns fortgezogen werde. Man 
könnte also doch vielleicht sagen, dass das Medienblau eine 
schwächere Lichtempfindung sei, als das Mediengelb, d. h. 
eine dunklere Farbe. Muss doch auch schon zu ihrer Er- 
zeugung eine Dunkelheit entschieden mitsprechen. Das Gelb 
dagegen wird nur da schön, wo das herstrahlende Licht für 
unsere Empfindung die Oberhand hat und nicht allzu sehr 
durch die Medienschicht geschwächt wird, sonst wird es zu 
Orange, Roth und schliesslich zu Braun. Und in diesem 
letzteren kann dann das von unten herstrahlenrle Licht so 
weit abgeschwächt sein, dass das oberflächliche Reiicxlicht 
überwiegt, in Folge dessen wir nun die Medien, welche der
        

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