Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Grundsätze der Ölmalerei und das Verfahren der classischen Meister
Person:
Ludwig, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1841768
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1842861
Zweiter Abschnitt. 
haben, so mischt man sich für die Lichthöhuilg ein Gelblich- 
Weiss und behält dieses constant durch das ganze Bild bei, 
auch da, wo man ihm, um es (lurchsichtiger zu machen, von 
der Localfarbe des Körpers etwas zumengt. Oder wären 
die Gegenstände im Bilde unter kalter, grauer Beleuchtung 
stehend gedacht, so müsste man ein Aufhellungsgrau mischen. 
Von den älteren Meistern der Oelmalerei ist noch eine 
grosse Anzahl von Bildern auf diesem  wie man sieht  
sowohl in Farbenabsieht, als Verfahren sich eng der alten 
Tempera ansehliessenden YVege gemalt werden. Man beutete 
das Oelfarbenmaterial nur aus auf seine grosse Geschmeidig- 
keit und auf die grössere Schönheit seiner lntensivfarben, die 
taghelle Farbenfreude der Tenipera aber behielt man bei. 
Noch von Pinturichio, Spagna und dem jugendlichen 
Rafael Wurden solche Bilder gemalt. Wo wir sie sehen, er- 
freuen sie uns durch den, so zu sagen, jugendlichen Jubel 
ihres Colorits. Nur an der Schönheit ihrer Farbenzusaininen- 
Stellung, Welche ein um so ausgebildeteres Gefühl und Urtheil 
des Meisters verlangt, je kräftiger die Einzclfarben sind, ge- 
wahren wir, dass wir es nicht, wie unsere farbenfeige Zeit 
Wohl einnimmt, mit unreifen Entwiekelungsstufen der Kunst 
zu thun haben, sondern mit reifer, meisterhafter Erfahrungs- 
fülle. 
Der mechanische Vorgang dieses Verfahrens ist ein äusserst 
einfacher. Auf dem Vollständig Weissen, wohlgeglätteten Grunde 
wird die Aufzeichnung genau, Wie bei den Iblnperatafeln, in 
sauberstem blassgrauem Contour festgestellt, dann mit einen]. 
zarten, äusserst hellen Grrau (in den Fleiselftönen mit Grün- 
liehgrau) die Sehattenrnodellirung ebenso sauber angelegt; wir 
erinnern uns, dass die letztere in dieser Art der Farben- 
ansehauung nur eine geringe Rolle spielt.  
In hellen Lichtflächen 
vorläuüg unberührt. 
bleibt das Neutralweiss des Grundes 
Sodann werden auf diesem äusscrst zarten Fornrenbilde 
die Localfarben aller Gegenstände flach auflasirt, aber nur 
nicht zu blass, sondern schön und voll; doch auch nicht zu
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.