Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Grundsätze der Ölmalerei und das Verfahren der classischen Meister
Person:
Ludwig, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1841768
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1842819
Wirkung der 
Grunäes auf 
Farbe des 
Decke. 
der 
Farbe 
die 
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Auch sieht man bei ihm, sowie bei den sorgfältigeren unter 
den Arbeiten des Tintoretto, das Fleisch mit einer neutral- 
grauen Vorbereitungsunterlage versehen. Dann ist alles richtig. 
Es ist ein schönes Neutralgrau, ähnlich, wie auf dem 'I'rans- 
parentbraun der guten Clairobscure des (Jinquecento herge- 
stellt. 
Dem Ti n t 0 r e t t 0 und noch viel mehr den Schülern 
Ludwig Caraccis, sowie dein Caravaggio war dieses 
aber oft der Mühe zu viel. Sie setzten gleich in der Car- 
nationsmischung den Sohattentönen Schwarzpigment zu  so 
das Grau künstlich in der Decke erzeugend. Nun geht dieses 
auch sehr wohl an, wenn die Carnationsfarbe eine sehr blasse, 
auch im Licht in's (traue gehende ist. Van Dyck, der 
gleichfalls viel auf röthlichgraue Gründe malte, liebte denn  
auch dieses blasse, bleigraue Fleisch bis zum Manierismus. 
Auch Velasquez huldigt demselben conventionellen Grau 
der Carnatioilsschatten etwas häufig. Den meisten Geschmack 
von Allen zeigt vielleicht Guido in seiner Verwendung l). 
In diesem Falle nun ist die Beimengung von Schwarz er- figiviiogljlg 
träglich. Sollen aber in's Graue fallende Schatten einer sehr fßrblfhgälteiß" 
farbigen Carnation dadurch erreicht werden, dass man der giagänägiädli: 
(Farnationsfarbe Schwarzpigment beimengt, so treten die Fehler fnagäßßhbfsi; 
des Schwarzes jetzt mit ihrer besudelnden Einwirkung in Kraft, 2:2  
und der ganze Sinn und schöne Vortheil des durchschiininern-siznyßigäh- 
den, nur verdunkelnden und nicht farbeverandernrlen Unter- 
grundes ist aufgegeben, da man sich nicht scheut, der Car- 
nation in den Schatten ein localfarbeveränrlerndes Element 
sogleich beizuinengen. Die Schatten zeigen nun eine andere 
Localfarbe, als das Licht, ein fremdes Grau, im besten lllalle 
wenigstens ein reines, aber kein Fleischgrau. 
1) Choc-oladefarbige Untermodellirung des Guido bedeutet wohl nichts 
Anderes, als möglichst helles Grauroth, durch welches der bläulichgraue 
Mischton der Carnationsschatten etwas erwärmt werden soll. 
Anderer Maler hellrother Grund für silbergraue Carnation hat denselben 
Sinn nur heftiger. Er kann, respective muss höher gedeckt werden. Als 
ganzer Bildton wirkt dieses Warmsilberne wohl sehr elegant, aber nicht 
immer überzeugend wahr.  Es mag das aber Geschmacksache sein. 
Ludwig, Malerei. 2. Aufl. 5
        

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