Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Grundsätze der Ölmalerei und das Verfahren der classischen Meister
Person:
Ludwig, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1841768
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1842798
des Grundes auf die Farbe der Decke. 
Wi rkun g der Farbe 
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den; sei auch der Fleischschatten zuweilen etwas zu trüb 
(Luini), oder zu brandig (R. Ghirlandiajo), die Form ist 
nie dem Farbenreiz geopfert. 
Ganz vortrefflich haben die Alten solche Farben zu Model-  
lirungsunterlagen benützt, Welche mit der Farbe der Decke ggfärgägß 
Grau mischen. Die Localfarbe der Decke wird immer im fjgggfjrfjjif 
Uebergewicht bleiben, wenn sie nicht in allzu dünner Schicht 
gelegt wird. Es bedarf dann keiner besonderen neutralen lagen- 
Vorbereitung. Das neutrale Grau, welches beide liiarben, in 
gleicher Proportion genommen, mischen würden, theilt der 
vorherrschenden Localfarbe der Decke das nöthige Grau mit. 
Das richtige Maass der Deckenfarbe wird beim Malen vom 
Auge abgemessen. 
Als Einzelunterlagen dieser Gattung sind aus der Tem- 
peramalerei in die Oelfarbentechnik mit hinübergenommen: 
Das Graugrün für Fleischtöne, das Braun für blaue Gewän- 
der. Neu sind: Grellgrüne Untermalung hellrother Gewän- 
der, Grellroth für hellgrüne, dann Rosenroth für hellblaue 
Farben. 
Sobald aber auf der höchsten Stufe italienischer Kunst- Gmäglü" 
entwiekelung die Darstellung des Nackten grössere Dinien- anfjflfäfler 
sionen annahni, und Warme Farben fast die ganze Bildfläche 1x 
beherrschten, Ward der graugrüne, graublaxie oder blaugrüne x 
Grund über die ganze Bildtafel ausgedehnt. AGhDllClIGPVVGlSG 
waren später die grossen Landschaftsnialer Poussin und Gmum" 
Claude le Lorrain in ihrem Recht, wenn sie violetgraue 
und rothgraue Leinwandgrtinde für das in ihren Bildern Vor- 
herrschende Grün der Pläne und Baumgruppen wählten. Auf 
dieser für Grün stark verdunkelnden [Tnterlage konnten sie 
nach Herzenslust niodelliren, wie es ihr kraftvoller Formen- 
sinn verlangte, der sich nicht an den Zufälligkeiten unorgani- 
scher Formenausladungen genügen liess, sondern dem Ver- 
standniss des Fbrrnenorganisnius zu Leibe gingl). 
1) Das Röthlichgrau der alten Landschaftergründe ist der Puzzolana- 
farbe der römischen Campagne nachgemischt, also der Erdfarbe der Land- 
schaft, die die Meister schilderten. Daher der überraschend naturwahre 
Ton in den Bildern dieser ßtylisten".
        

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