Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Grundsätze der Ölmalerei und das Verfahren der classischen Meister
Person:
Ludwig, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1841768
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1842701
Zweiter 
Abschnitt. 
2. Oder man führt überhaupt die Modellirungsschichten 
gleich von Anfang an nicht bis zu solcher Dünne der Schicht 
hinab und lasirt die in Folge dessen etwas zu hell ausfallen- 
den letzten Schatten dann mit Schwarzpiglnent, sie so ge- 
hörig verdunkelnd und mittelst einer lichtabsorbirenden Decke 
das überschüssige Licht des Weiss zerstreuend. 
3. Da es ohnedies schon die Haltbarkeit der Farbe und 
die grössere Annehnilichkeit der Pinselführung rathsain machen, 
allzugrosse Dünne der Reflectorenschieht auf dunklem Grunde 
zu vermeiden 1), so kann man auch für die Schatten eine 
Mengn ng von bräunlieheln Schwarzpigment und Weiss- 
pigment mischen, so das Retlexionsverinögen des letzteren 
etwas VerringerndQ). Alsdann kann man mit deckenderem, 
soliderem und angenehmer zu tractirendem Auftrag verfahren. 
Also: Man legt die letzten Schatten mit einer nicht zu dünnen 
Schicht von Mengung aus 1 Schwarz-l- l Weisspigment an, 
spielt dann mit dem Pinsel nach den Lichtern hin immer 
mehr Weiss in die Mischung ein und setzt zuletzt die hohen 
Lichter rein Weiss hin. 
Van kann sich so viele Mengungsproportionen anfertigen, 
als man will; sobald man dieselben nicht gleich so dick auf- 
trägt, dass der schwarze Grund seine Mitwirkung einbüsst, 
wird die lllanipulalzion immer sehr leicht und angenehm von 
Statten gehen. Sowie aber der Auftrag allzu dick wird, ist 
der Vortheil der dunklen Unterlegung zerstört. 
1) Die Erfahrung lehrt, dass die feineren Abschattirungsunterschiede 
allzudünner Schichten mit der Zeit verschwinden. Dieses geschieht, weil 
das zwischen ihren Pigmentkörperchen vertheilte Bindemittel mit der Zeit 
etwas von seiner Transparenz verliert. So wird denn hierdurch eine ganze 
Reihe von Nüancirungen feinst vertheilten Pigrnentkörpers zu einer Ver- 
einigt werden. Auch hat es einige Schwierigkeit, eine sehr geringe Schicht 
schön eben, und ohne dass sie fleckig im Auftrag erscheint, auszugleichen. 
Am besten ist dies noch thunlich mittelst starker Beimengung eines mit 
Petroleum verlängerten Firnisses. 
2) Und zugleich in dem Bräunlichgrau dem Blaugrau der Medienfarhe 
ein neutralisirendes Gegengewicht gebend. Braun über Blau : Neutral- 
Schwarz.
        

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