Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Grundsätze der Ölmalerei und das Verfahren der classischen Meister
Person:
Ludwig, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1841768
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1842078
Vorrede. 
hVeil das Kunstwerk als sinnlich Wahrnelnnbares der 
Seele durch das Auge vermittelt wird, das sinnliche Wahr- 
nehmungsvermögen als den vornelnneren und Hauptfactor 
der bildenden Kunstthatigkeit betrachten und begriffliches 
Denken für einen Feind derselben erklären wollen, hiesse so 
viel, als diese lllhatigkeit aus der Reihe bewusster mensch- 
licher Kraftäusserungen streichen. Die Sinnlichkeit des 
Künstlers hat allerdings eine "aussert entwickelte und ver- 
feinerte zu sein, aber auf diesen Standpunet können auch die 
befahigtsten Sinne nur an der Hand des ordnendien, Begriffe 
bildenden Verstandes gelangen. Ein für allemal, die Neigung 
abstractes und anschauliches Denken, als wären sie zwei ab- 
gesonderte Gebiete, von einander loslösen zu wollen, da sie 
doch im Grund nur die zwei einander bedingenden Pole einer 
und derselben Kraft sind, ist eines von den Krankheitssyinp- 
tomen unsrer Zeit, und besser wäre es wohl, ein Jeder suchte 
das rechte Gleichgewicht zwischen seinen sinnlichen und Ver- 
standesfähigkeiten auf, der vornehmlich abstractem Denken 
Obliegende, indem er seine Sinne gleich scharf, wie seinen 
Verstand spornt, und der vorwiegend sinnlich Beschäftigte, 
indem er nachdenken lernt. 
Dass die Kunst nur auf dem Boden des Gleichgewichts 
jener beiden F actoren gedeihen könne, scheint evident genug 
aus zwei uns sehr naheliegenden. Thatsachen hervorzugehen. 
Einmal ilämlich aus der, dass sie sank, indem man über der
        

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