Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Grundsätze der Ölmalerei und das Verfahren der classischen Meister
Person:
Ludwig, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1841768
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1842659
Dehnbarkeit. 
3. diejenigen sich anreihen, deren Streif in Folge noch 
grösserer Durchsiehtigkeit ihrer Substanz sich noch mehr ver- 
kürzt, und welche wir halbdurchsichtige oder die Halblasur- 
{erben nennen können. Zuletzt werden 
4. die durchsiehtigstenl) oder Lasurfarben kommen, die 
selbst in sehr dicker Schicht nur noch weniges Licht zurück- 
strahlen und, sowie sich ihre Schicht verdünnt, auf dem 
sc-hivarzen Grunde keine Spur ihrer Farbe mehr zur Geltung 
bringen 
Halblasur- 
und 
Klarlasur- 
pigmente. 
Es versteht sich hierbei ganz von selbst, dass durch Zu- 
satz eines glänzenden, durchsichtigen Bindemittels die Deck- 
kraft jedes Pigmentes gemindert, dagegen durch Entziehung 
solchen Bindennttels gesteigert wird, und dass in Mischungen, 
deren Componenten Deckfarbcn und Lasurfarben sind, sich 
die Deckkraft oder die Durchsichtigkeit nach dem Ueberwiegen 
der einen oder der anderen Pigmentgattung richtet. Ebenso 
versteht sich von selbst, dass durch äusserst feine Verreibung 
die Ausdehnungsfähigkeit jedes Piginentes gesteigert wird, 
und dass deshalb die feine Verreibungä) der Pigmente so 
wünschenswerth ist und nicht weit genug getrieben werden 
kann. 
Allen diesen Streifen ist eine ausserordentlich angenehme 
Iirscheinung gemeinsam. Der Verlauf eines jeden, von seiner higigiäfiäja, 
grössten Ilelligkeit angefangen bis zu seiner lichtärmsten Spur Luefygiigäß 
hinab, wird empfunden als eine höchst harmonische und ver- iijlghä; 
schmolzene, Wiewohl an Tönen sehr reiche Abschattirungs- LocauarbE" 
1) Denn absolut durchsichtige Pigmente besitzen wir so wenig, als 
absolut deckende. 
f) Behalten wir der Kürze des Ausdruckes halber diese Eintheilung 
bei. Sie ist natürlicherweise, da dieselbe Pigmentart nicht immer gleich 
feines oder grobes Korn hat, nicht eine nach Farbennamen festzustellende. 
Im Allgemeinen sind 1. Deekfarben: Bleiweiss, Neapelgelb, Zinnoberroth. 
2. Halbdeckfarben: Chromgelb, Kadmium, die hellen Ocker, Umbra. 3. Halb- 
lasur: die dunklen Ocker und gebrannten Erden, grüne Erde, Ultramarin 
(unecht). 4. Für Lasurfarben können gelten: Alle Lacke, Schwarz, Mumie, 
Grünspan, Ultramarin, Antwerpenerblau und Cobalt. 
3) Welche wiederum durch die unter dem Namen Petroleum übel- 
berüchtigte Naphtha ausserordentlich erleichtert wird. 
Ludwig, Malerei. 2. Aull. 4
        

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