Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Grundsätze der Ölmalerei und das Verfahren der classischen Meister
Person:
Ludwig, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1841768
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1842620
Zweiter Abschnitt. 
3:21:23" Ebenso versteht es sich auch von selbst, dass anderer- 
Vrjfgljäjh seitsfdie grösste Lichtreflexion unserer hellsten Deckfarben 
Natur. immer nur den Helligkeitsgrad solcher Opakkörper erreichen 
kann, welche dem Lichtauffall unter gleichen Winkeln ent- 
gegenstehen, wie unsere Bildtafel und deren Oberfläche nicht 
dichter ist, als unsere deckendsten Pigmente. 
ggäggfgfg; Stellen wir aber unsere besten Deckfarben mit hellfarbigen 
ungeägflf" Lasurfarben oder dunkelfarbige Deckfarben mit unseren dunk- 
leren Lzrsurpigmenten zusammen, so fangen immer die Deck- 
farben fühlbar Licht auf und die Lasurfarben lassen solches 
durchfallen. Sie mit einander vergleichend, können wir die 
ersteren Lichtreflectoren nennen und die anderen Lichtabsor- 
benten. 
15011122391? Und insofern in der beleuchteten Körperwelt die Unter- 
schiede von Licht und Schatten durch das Verhaltniss des in 
grösserer oder geringerer Menge aufgefangenen Lichtes ent- 
stehen, sagen wir, wir haben in den Deckfarben Lichtfarben 
und in den Transparentpigmenten Schattenfarben. 
gitilqgägrijfägt Der reale Lichtumfang in unsern Oelfarben ist bedeutend 
lääfäilgcäf genug, um mit mässigen Graden des an natürlichen Körpern 
täggsäffgiß wahrgenommenen Beleuchtungsumfanges bis zum Verwechseln 
ähnlich in Wettstreit zu treten. Es beweisen dieses die Clair- 
obscure, welche in alten Palästen wirkliche Sculpturen und 
architektonischen Schmuck ersetzen. Wenn wir nur anders 
den von ihrer Perspective verlangten Standpunct einnehmen, 
so vermögen wir nicht, sie als Flaches, Gemaltes von dem 
Runden der realen Umgebung zu unterscheiden. 
Ja es braucht, um diesen den matten Wasserfarben un- 
erreichbaren Triumph zu erlangen, nicht einmal der ausserste 
Lichtumfang der Oelfarben aufgeboten zu werden. Es darf 
sogar die Localfarbe der Lichtstelle eine etwas dunklere sein, 
als die des Schattens; ist die Lichtstelle nur mit Deckfarbe 
gemalt und die Schattenstelle mit Lasur, und ist der Unter- 
schied beider Charaktere richtig hervorgehoben, so wird die 
eine Licht zurückgeben und die andere wird im Verhältniss 
zu ihr genügend viel Licht absorbiren, um für beschattet zu 
gelten.
        

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