Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Grundsätze der Ölmalerei und das Verfahren der classischen Meister
Person:
Ludwig, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1841768
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1842546
Erster Abschnitt. 
sichten realisirenden vervollkomnineten Technik der glänzend 
bleibenden Firnissfarben auftrat, so War es kein Wunder, dass 
diese, wo sie bekannt ward, in der Tafelmalerei die Tempera- 
technik baldigst verdrängte, und dass alle sich ihr Zuwenden- 
den sogleich mit Meisterschaft die gebotenen Vortheile er- 
fassten. Denn zur Nachahmung von tausend malerischen 
Reizen, auf welche mit ernstlichem Studium sich einzulassen, 
bei dem bisherigen Darstellungsmittel verwehrt war, forderte das 
neue geradezu auf. Angeregt" und gestützt durch sein eigenes 
entstehendes Werk, gab sich das Auge froh und geruhig neuen 
Vorstellungen hin. Und wie so manches bis dahin Ungeahnte 
erschloss sich der malerischen Absichtl 
Der rein coloristische Vortheil, den die Erfindung des 
Niederländers der Kunst seiner Zeit schuf, ist weitaus das 
YVenigste; seine Oelfarbentechnik hat das Hauptverdienst, der 
Vollendung derFormenschilderung und eingehen dereni, m annig- 
faltigerein Studium der Natur neuen Anstoss gegeben zu haben- 
Und hundert i-leissigc Künstlerhände gingen auf diesen er- 
öffneten Bahnen an's Werk. 
Welch glückliche Zeit für die Kunst, in der Jeder be- 
gierig sich aneignete, was der Andere an Mitteln Neues herzu- 
trug. Wer dürfte sich einfallen lassen, unsere Tage, was ihr 
Kunstleben und den Sinn ihrer Künstler anlangt, mit jenen 
zu vergleichen? Wer dürfte vor allem wagen, die Geistes- 
richtung, welche sich heute unter der Firma des Naturalismus 
breit macht, dem kraftvollen, täglich neue Hilfsmittel schaffen- 
den Naturalismus jener hohen, ideal gestimmten Künstler- 
geister an die Seite zu setzen? 
scheiden vermag. Oelbilder dagegen, die in der'Weise van Eyclis und 
seiner Nachfolger gemalt sind, unterscheidet man sehr leicht von Tempera- 
malerei.
        

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