Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Grundsätze der Ölmalerei und das Verfahren der classischen Meister
Person:
Ludwig, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1841768
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1842494
Wasserfarbentechnik zur Technik der Oelfarben. 
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in AHresco oder in Tempera 1), nicht in der Weise störend für 
die Einheit des Ganzen hervor, Wie in den Oelfarben; es be- 
darf keiner Schlusslasur, welche die Einheit des Aussehens ge- 
währt. In Wasserfarben stehen die höchsten erreichbaren 
lntensivcharaktere und die Vollen Deckfarben, die klaren und 
die grauen Schatten harmonisch nebeneinander. Es giebt 
keinen Glanz, und die Rolle des Generaltons fällt dem auf 
der ganzen Bildoberiiäche spielenden Weisslichen Tageslichte 
anheim. 
Aus derselben Ursache können aber auch hellere Licht- 
erscheinungen der Natur, als diejenigen beleuchteter undurch- 
sichtiger Körper nicht besonders ausgezeichnet werden, wie 
es in Oelfarben wohl möglich ist. Liehtschein und Gluth, 
Leuchten der Wolken, Himnielsglanz und Lichtspiegelungen, 
deren Farbe sich in der Natur von allen auch noch so schönen 
Localfarben der festen Körperwelt mit edler Eleganz und, wie 
von materieller Schwere befreit, hervorhebt, diese gegenüber 
Körperhafteni zu charakterisiren, ist der Ilemperainalerei ver- 
sagt. Es fehlt die dazu nöthige Vollkommenheit der Trans- 
parentfarbe. 
Der Wasserfarbeninaler zeichnet seine Himmel aus durch 
die grosse allgemeine Helligkeit, die er ihnen giebt, aber den 
Anschein der innerlichen Durchleuchtung, gegenüber der Be- 
leuchtung opaker Oberflächen, vermag er ihnen nicht zu ver- 
leihen. 
Die Alten wendeten 
zende Vergoldung an. 
daher 
8D 
solchen Stellen häuüg glän- 
1) Die grössere Undurchsichtigkeit der Temperaretouchen 
parentem a1 fresco fällt sehr wohl in die Augen. 
auf 
trans- 
Ludwig, 
Malerei. 
Aufl.
        

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