Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Grundsätze der Ölmalerei und das Verfahren der classischen Meister
Person:
Ludwig, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1841768
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1842376
zur Technik der Oelfarben. 
Wa sserfarbenteehni k 
liche, aber die Sache besser ausdrückende clairobscure Oel- 
malereien erklärt und geläufig gemacht Ware. 
2. lntensivfarbige Schatten. 
Sicher ist, dass Schwarzpigment in Schattentönen der Tre- 
und Quattrocentisten, es sei denn, dass es sich um graue 
Localfarben handelte, eine geringere Rolle spielt. Die Schatten 
sind fast (lurchgängig starkfarbig, und daher wurden die Unter- 
legungcn der lntensivlasur, damit sie einen genügend hellen 
Lichtrefiexionsgrilnd abgaben, gewöhnlich noch mit bedeuten- 
der Theilnahme von Weiss an ihrer sehr einfachen, aus Local- 
farbe und YVeiss bestehenden Mischfarbe angefertigt. Cennini 
schildert dieses wie folgt: Tiefste Schatten der Gewänder, mit 
reiner Localfarbe sauber gezeichnet, dann ein hellerer, schon 
aus Weiss und Localfarbe gemischter Halbschatten, der be- 
stimmt ist, intensiv lasirt zu werden, daneben gesetzt. Auf 
der Lichtseite Wird derselbe mit dem neben ihm aufgetragenen, 
durch Vermehrung der Proportion von Weiss weiter aufge- 
hellten Halbschatten bei Licht (oder Mittelton des Lichtes) 
nass in nass vermalt. Auf dem (Weiss enthaltenden) Unter- 
legungstone der intensivfarbigen Schatten wird sodann der 
Uebergang zu der Schattentiefe unvermischter Localfarbe mit 
durchsichtiger-- also um etwas heller, als diese Tiefe heraus- 
kommender-reiner Localfarbe geführt. Die schwarzen oder 
die Schatten bei Finsterniss werden zuletzt mittelst Linien- 
gitter über die tiefsten Schatten unvermisehter Localfarbe hin, 
in der oben angegebenen Weise eingezeichnet,  aber, wie 
gleichfalls schon gesagt ist, in grosser Beschränkung und nie 
als grössere tiefste Schattenflächen wirkend. 
In Folge der hellen Unterlegung ist durchgängig auch 
der intensivfarbige Schattencharakter noch ein ziemlich heller. 
Und das ist für Wasserfarben auch das Richtige, denn diesen 
fehlen die Charaktere schöner dunkler Intensivfarben von 
einiger Kraft. Viele Lasurpigmente der Oelmalerei Wirken 
selbst in ziemlich dicker Schicht auf nicht einmal sehr heller 
Unterlage, obwohl dunkel, doch noch intensivfarbig. Die 
Wasserfarben dagegen bedürfen, um überhaupt durchsichtig 
und intensivfarbig zu wirken, sehr heller Unterlage, und auch
        

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