Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Grundsätze der Ölmalerei und das Verfahren der classischen Meister
Person:
Ludwig, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1841768
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1844772
der alten Schulen. 
lg der Arbeit an Kunstwerken 
Führul 
Nachtrag  9, 3- 
261 
Diese geistreiche Art des Colorits ist nur Denen zu' em- 
pfehlen, welche in der Disposition von Licht und Schatten 
und in leichter freier Charakterzeichnung ähnliche Kräfte in 
Bewegung zu setzen haben, wie er. Sonst würden die Mängel 
und die Skizzenhaftigkeit des Colorits stark in die Augen 
fallen. 
Auch Rembrandt lasst in den klaren Schatten die 
braune [lntertuscihung Vielfach stehen und lasirt also, folge- 
recht, der schön modellirten Deckfarbenforinung später auch 
wieder klarbraune Schatten auf; bei ihm ist der braune Ton 
Absicht und wirkt, wie eine warme Beleuchtung. Ihn aber 
nachzuahmen, dürfte nur dann. rathsam sein, wenn man ein 
dem seinen ähnliches Wissen in's Feld zu führen hat, denn 
nur dieses versöhnt mit dem zuweilen etwas capriciösen Aus- 
sehen seiner Beleuchtungseffecte. Die Productionen seiner 
modernen Nachahmer, welche nicht das Zeug haben, Klar- 
heit der Form auch noch durch die ungünstige Beleuchtungs- 
bedingung hindurch aufrecht zu halten, möchten den wohl- 
meinenden Rath hervorzurufen geeignet sein, dass man, ehe 
man Rembrandt nachzuahmen unternimmt, erst einige Zeit 
die Zeichenschule besuche und dann  etwa bei Gian 
Bellini oder sonst Aehnlichen das Formenmodelliren erlerne. 
Die 
Landschaftsmaler des siebenzehnten 
hunderts. 
Jahr 
Für die gebrochenen Farbentöne, welche in Landschaften 
vorkommen, eignen sich Untergründe von nicht allzudunkleni 
Mittelton vortrefflich. Die grossen römischen Landschafts- 
inaler Claude leLorrain und Poussin malten ihre Bilder 
auf graurothenn oder bräunlichgrauein Grunde; die Nieder- 
länder hielten ihre Gründe meist in etwas kühlerein Grau. 
Den Letzteren kann es dann mehr auf Hervorbringung des 
Silbertons ihrer Beleuchtungen an, den Ersteren, ungleich 
grossartigeren, auf eine sich der Anschauungsweise der italieni- 
schen Figurennialer anschliessende Formenniodellirung und 
auf grössere Wahrheit der Loealfarbe; denn das Grauroth 
ihrer Unterlagen ist, Wie wir schon bei den einfarbigen Model-
        

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