Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Grundsätze der Ölmalerei und das Verfahren der classischen Meister
Person:
Ludwig, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1841768
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1844753
Führung der Arbeit an Kunstwerken der 
Nachtrag S 2, 3- 
alten Schulen. 
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mit Bravour zeichnend, eingesetzt. Das Licht ist theils mit 
Weiss, theils localfarbig gehöht. Der Grund steht in der 
weissen Localfarbe des Pferdes und im XVeisszeug vielfach 
als Sehattenmittelton unberührt. 
Das angefangene Portrait eines Knaben (Primanialerei) auf 
graubraunem Grunde (Gallerie Doria Pamfili, Rom), welches 
bald ihm, bald dem Velasquez zugeschrieben wird, ist ein 
sehr instructives Beispiel für Primainalerei. 
Niederländische (Tlairobscxlre 
Mittelton. 
a u f 
grauem 
Die Art des Clairobscurs auf grauem Grund kann nicht 
besser studirt werden, als bei Mieris, TenienSteen und 
Neer, sehr deutlich ist auch van der Werif. Die Ver- 
wendung des verschiedenartigen Farbenauftrags für den Aus- 
druck verschiedener Stofflichkeit des Rauhen, Glatten, Durch- 
sichtigen, Unkörperlichen und Körperlichen ist nie voll- 
kommener beherrscht worden. 
Bei 
Stilllebenmalern 
ist 
die 
überaus 
einfache 
und 
zweck- 
massige Führung der Arbeit deutlich erkennbar, das Her- 
ausholen der breiten Massen aus dem Mittelton, das allmäh- 
liche Einzeiehnen der spitzen Lichter und klaren Schatten, 
das ("oloriren (wie mit Aquarellfarbe) der Sehönfarbigkeit in 
Blumen, Fellen, Federn mittelst Lasur. Sehwerlieh ist ein 
Fall der Ausbeutung des Farbenmaterizzls zu denken, der hier 
nicht verwendet wäre. Hell. halbdeckend über dunkle Lasur 
und umgekehrt, transparente und stumpfe Farbensehiehten 
in allen Graden, Alles ist mit sehlagendein Verstande am 
rechten Platz zum Ausdruck gebracht. 1) 
1) Für das Verständniss dieser Technik dürfte ein sehr schätzens- 
werthes Buch sein die "groote Waereld" des Willem Beurs, den der viel- 
gelesene Kunstschriftsteller Guhl an den Pranger zu stellen beliebte. Frei- 
lich in Theezirkeln wird Beurs wenig Interesse erwecken, desto mehr bei 
Malern an der Staffelei. Er ist ein holländischer Cennini. 
174:
        

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