Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Grundsätze der Ölmalerei und das Verfahren der classischen Meister
Person:
Ludwig, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1841768
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1844712
Führung der Arbeit an 
der alten Schulen. 
Kunstwerken 
Nachtrag ä 1. 
255 
mit trübendem Mediencliarakter hinter den innerlich durch- 
leucliteten Mittelton bei Schatten, die Modellirung vcrunstaltr-i-nxl, 
zurück. Auch der transparentbraune Schatten ist zu innerlich 
(lurelileuchtet- für sie und bleibt kein solider Schatten, schon 
durch das Brande seiner Localfarbe. 
Dunkle 
Localfarloen. 
Auch in den dunklen Localfarben, sogar im Dunkelblau 
bleibt der letzte Schatten häufig dunkelklarbraun stehen. Sonst 
sind die dunklen Localfarben sehr flach gehalten: Sehr volle 
Lasur mit zuweilen in's Nasse hineingemaltem Licht (Local- 
fnrbeml- Weiss); dann localfarbige Schlusslasilr, aber meist zu 
schwach, um den Widerstreit der Deck- und Lasurfarben- 
Charaktere zu versöhnen. 
Die Bilder bekommen in Folge dessen häufig etwas 
Schwankendes und Unruhiges auch in der Formenmorlellir- 
ung. Neben den soliden altdeutschcn sehen sie unfertig aus. 
Auch haben sie nicht deren tiefe Farbengluth, behaupten sich 
aber an Leuchtkraft. Rubens hat es geradezu auf helle 
Blendung abgesehen und unterstützt diesen Eindruck durch 
Nebeneinandersetzen heller Blau und heller Gelb im hohen 
Licht. Die Schatten fast aller Farben sind, wie gesagt, warm 
und glühend. Seine V orsicht, kein Weiss in die Schatten 
kommen zu lassen, ist bekannt. 
Jordaens 
macht Missbrauch von Rubens' rothen Schattencorrecturcn. 
Er tuscht unordentlich hochroth an. S0 ist denn der Ton 
Seiner Bilder entweder ein allzutrunken rother, oder die Be- 
seitigung (lieses Fehlers nöthigt zu deckendviii Auftrag und 
selbst zur Hinzuziehung von Grauniengung in die localfarbigen 
Schatten. 
Balen, Breughel. 
Granz ausserordentlich schöne Beispiele der hellen Manier 
bieten van Balen und die Breughel. Braununtertuschung 
und öfters darüber sehr vollendete halbdeckenrle, graue oder 
schxvzicl1fzirbige Forme]nmtermodel]innig. Zuweilen aber auch
        

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