Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Grundsätze der Ölmalerei und das Verfahren der classischen Meister
Person:
Ludwig, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1841768
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1844694
8D 
Führung der Arbeit 
der alten Schulen. 
Kunstwerken 
Nachtrag 
253 
lange bewahrt, nur haben sie dieselben oft etwas flüchtig be- 
handelt. Gerade das macht sie aber dem Studium so nutz- 
bringend. Denn deutlich erkennt man an ihren Bildern den 
Vorgang des Verfahrens, Welcher bei der hohen Vollendung 
der älteren Meisterschulen meist in Geheimniss gehüllt ist. 
Dem ungeübten Auge bietet sich weiter keine Schwierig- 
keit, als dass es sich gewöhnen muss, das Gelb des Blirnisses 
in Abzug zu bringen. Indess sind glücklicherweise viele der 
kleineren Bilder im Privatbesitz vor allzuvielen Firnissen und 
sonstigem Verderb bewahrt geblieben. Ueber die Störung, 
welche das Gelb der Firnisse hervorbringt, klärt sich der 
Lernende leicht an eignen über frische Farbentöne hin ange- 
fertigten Proben auf. Wo er aber obenaufstehendem, die 
Localiarbe verundeutliehendein „Goldton" begegnet, kann er 
sicher sein, dass er es mit dem WVerk gewissenloser Re- 
toueheure zu thun hat, welche geradezu gefärbte Firnisse über 
die Bilder streichen, um das Ungenügen ihrer Retouchen 
zu verdecken. 
Nachtrag zu  1. 
Erste Reihe. 
Helle 
Manier 
des 
innerlich 
leuchtenden 
Farbenauftrags. 
Rubens. 
Grund: Hell mit einem graugrünlich oder graubräunlich 
gefärbten Firniss (vielleicht Kolophonium, oder Ainbra) über- 
strichen zum Zweck der Glättung für die fliessende Aufzeich- 
nung des Contours. Die Ueberstreichting ist so leichtsinnig 
und schnell gemacht, dass man den Pinselstrich sieht.  Viel- 
leicht ist der Firniss aber auch in den dickeren Strichen etwas 
nachgedunkelt. Ist dies nicht der Fall, so erkennt man, dass 
das Auge des Rubens gleich zu Anfang ein gewisses 
Flünkern des Aussehens liebte. 
Eigentliche inodellirende Formenuntertuschung fehlt, nur 
die letzten Schatten sind, etwas nachlässig, klarbraun markirt 
ebenso, aber nicht modellirend, die dunklen Localfarben. Der 
helle transparente Mittelton des Grundes giebt den lilodellirungs-
        

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