Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Grundsätze der Ölmalerei und das Verfahren der classischen Meister
Person:
Ludwig, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1841768
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1844618
Arbeit an 
Führung der 
Kunstwerken der 
alten 
Sah ulen  
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auf's Neue aufgemalte Lichter an Stellen, wo die Fornienvor- 
bereitung mit ihrem unordentlichen Pinselstrich hässlich durch 
die Lasur hindurch geschienen hatte. Die Unordnung dieser 
Manier muss um so lebhafter zu Tage treten, je heller über- 
haupt und je stärker im Licht- und Schattengegensatz die Unter- 
legung ist. Sind die ilnterschiede von Licht und Schatten 
nicht so stark, so wird die Unverbundenheit eher durch die 
Lasur berneistert 1).  
Je heller eine Grau-in-Graumodellirung ist, und je mehr 
auf ihr mit Lasuren zu malen sein wird, um so verbundener 
und weicher in ihren Uebergängen hat sie zu sein. 
Paolo 
Veronese. 
Auf den hellen und skizzenhaft vorbereitenden (irauunter- 
modellirungen des Paolo Veronese Würde es ganz unmög- 
lich sein, sehr verbunden, durchgeführt und hoehlarbig zu 
lasiren. S0 ist denn das helle und blassdeckfarbige, oft auf- 
fallend weisse Licht nur mit einer Tönungslasur versehen, 
auch die Unverbundenheit der Grauschatten mit dem Lichte 
sowohl, als mit den farbigen Schatten tritt häufig genug her- 
vor. Die intensivfarbige Volllasur ist, mit deutlichem V or- 
trag zeichnend, Vausschliesslich in die klaren Schatten verlegt. 
Hierdurch erwirbt denn in der Hand des grossen Zeichners 
der Vortrag, welcher offen als vorherrschende Deckfarben- 
nialerei eingestanden ist, unser Einverständniss. Veronese 
zeigt seine unverbundene Technik  immer mit dem "Ueber- 
gewicht der forniensichern Meisterhand  ganz Lingenirt. 
Wo er in Oontouren der Lichtseite die Modellirung verstärken 
will, geht er sogar häufig so weit, einen bräunlichen Vor- 
1) Im Wiener Belvedere ist eine dem Correggio zugeschriebene 
Skizze (Austreibung aus dem Tempel) mit dunkelblaugrauer, ziemlich roh 
hingestrichener Bbrmenvorbereitung, auf welche, weil sie so dunkel und 
ohne grosse Gegensätze von Hell und Dunkel gehalten ist, mit halber Deck- 
farbe und Lasur weiter gearbeitet werden konnte, ohne dass die Mangel- 
haftigkeit der Unterlegung sehr sehadete. Sie verhält sich blaugrauem all- 
gemeinem Mittelton ähnlicher, als einer ausdrücklich auf Giltigkeit An- 
spruch machenden Formenvorbereitung.
        

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