Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Grundsätze der Ölmalerei und das Verfahren der classischen Meister
Person:
Ludwig, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1841768
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1844607
244 
Anhang. 
Violinspielers Anhaltspunkte gewähren, obgleich es schön- 
farbiger, als dieser, gehalten ist. Es ist auf ziemlich dunklem 
grünblaugrauen Mittelton mit bräunlichen] Contour aufge- 
zeichnet; in die Untersicht der Lippen ist sofort Lack einge- 
führt, dessen Farbe durch das Blaugrau sehr gemildert wird. und 
dabei jenen Charakter zeigt, welchen I iasurlarben nur durch Hin- 
zureibung von Firniss gewinnen. Dann kommt die einfarbige 
(Carnationsfarbe) Forme]iaufmodellirung, weichst verschmolzen; 
in den dünnen Schichten ist sie der Barbarei einer putzenden 
Hand gewichen und zeigt den Grund, in den Lichtern ist 
ihr schönes, allmählich zunehmendes linpasto erhalten. Hier- 
auf stehen die ausserordentlich sorgfältigen Localfarbelasurei) 
und lichtabsorbirenden Schattenlasuren. Der dunkle Hinter- 
grund und dunkle Localfarben sind ausserordentlich (lünn, 
aber sorgfältig gemalt.  
Schüler 
Rafaäl 
Bei Giulio Romano sind die Carnationsschatten häufig 
schwarz und undurchsichtig. Dies kommt daher, dass die- 
selben nicht mehr mit Carnationsmengung dünner Schicht auf 
dunkler Unterlage von selbst entstanden, sondern dass in die 
letzte Abschattirung der Carnationsmischung Schwarz ge- 
mengt ward. Daher hier der fremde, farbeverandernde und 
beschmutzte, sowie zu dunkle Schattenton. 
Andere Schüler Rafaehs haben die graue Untermodellir- 
ung der Form aus Mengung von Schwarz -i- Weiss, Licht und 
Schatten gleichmassig impastirend, angefertigt, indem sie hellere 
und dunklere Mengungstöne der Abschattirung in einander ver- 
malten, statt durch allmahliches Abnehmen der Schichtendicke 
auf der dunkleren Unterlage die Schattirung von selbst ent- 
stehen zu lassen. S0 ist die Modellirung etwas arm an 'l'önen 
und ein wenig langweilig, (moderner, gleichmassiger Impastir- 
ungsweise sich nähernd) oder auch zuweilen unverbunden ge- 
worden. Auf dieser unvollkommenen Untermalung, welche 
kein eigentliches Lichthöhen mehr genannt werden kann, konnte 
dann weder gut lasirt, noch gut halbdeckend weiterverfahren 
werden. Wir sehen denn auch zu saftige Lasuren und trübe,
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.