Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Grundsätze der Ölmalerei und das Verfahren der classischen Meister
Person:
Ludwig, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1841768
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1842260
Erster Abschnitt. 
Die Aufzeichnung auf den zweiten Bewurf, der erst als 
eigentlicher llfalgrund diente, geht dann mehr in's Detail. 
Ihr Clontour ist lalass und delicat geführtl). 
Auf den weissen und subtilen Gründen der Temperatafeln 
aber Wllfdß die Aufzeichnung noch delicater angefertigt. Sie 
wurde mit Röthel oder 'l'usche fixirt, in den Schatten leicht 
grau angetuscht; kurz, die Forrnenbildung Ward gleich im ersten 
Anfang. grösstmöglichster Vollendung zugeführt, obgleich auch 
hier durch die nachfolgende Arbeit des Colorits alles wieder 
gedeckt werden sollte. 
C e n 11 i n i sagt, eine 
Verlieben" anzusehen sein. 
solche 
ALIfZGiChIILIDg 
müsse 
"zum 
Farbe 
Gründe. 
der 
Die Farbe der Gründe War bis nach der Erfindung der 
Oelmalerei, oder besser gesagt, bis zur vollendeten Ausbeutung 
dieser Technik zu Clairobscureellecten, eine helle. Eigent- 
liche Ausnützung farbiger Gründe als Mittelton  in ajuto 
del colore, wie ein alter Schriftsteller sagt  kommt in F resco 
und Tempera erst vor, nachdem in der Oelmalerei dieser Vor- 
Hilfe verticaler Linien gleicher Abstände und über diese hin zur Bestim-  
mung derlHorizontalen ausgeführter Zirkelschläge, wie dieses noch heute ; 
bei Zimmerinalern üblich ist. Siehe Cenno Cennini, ital. Ausgabe der Mest f, 
sina. (Firenze, Le Monnier. 1859.) Kap. LXVH. Die Ilgüsche Uebersetzu 
giebt diese Stelle nicht glücklich wieder. 1;.  
1) Die Farbe dieser Aufzeichnung, die von den der Praxis Unkundigdähii 
bisweilen mit einer gewissen geheimnissvollen Gelehrtthuerei hervorgehoben 
wird, hat übrigens für die nachfolgende Malerei gar keine Bedeutung. Sie 
ist in der Regel die der gewöhnlichen Zeichenmaterialien, also der Kohle, 
des Graphits oder des Röthels. Man könnte allenfalls nur sagen, dass, wenn 
sie eine graue, dem Grund verwandte war, sie durch den Farbenauftrag 
leichter bedeckt und entfernt wurde. War sie, was gleichfalls oft vorkommt, 
roth, so war sie beim Zeichnen in die Augen fallender und blieb, da Roth 
für Viele IParben einen verdunkelnden Untergrund bildet, durch die ersten 
Farbenlagen hindurch als ein dunkler Strich länger sichtbar. Verschwinden 
musste sie aber jedenfalls. 
        

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