Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Grundsätze der Ölmalerei und das Verfahren der classischen Meister
Person:
Ludwig, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1841768
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1842257
WVasserfarbentechnik zur Technik der Oelfarben. 
die einfarbige Aufzeichnung gleich zu Anfang so gut voll- 
endet, als dieses in einer Farbe möglich ist. Musste dieselbe 
in der Folge auch ganz bedeckt Werden, sie hatte jedenfalls 
den Maler, und ware es vorläufig nur zum Vcrtheil seiner 
eigenen Vorstellungskraft gewesen, über die Formen des Bildes 
schon möglichst sicher gestellt. 
Solcher Anfang ist unerlässlich, wenn die Malerei gut 
ausfallen soll. Tritt das Colorit zu der  wenn auch scheinbar 
noch so correcten und wohlüberlegten-Aufzeichnung hinzu, so 
zeigt sich diese ohnehin immer noch einer grossen Anzahl von 
Verbesserungen bedürftig. Je besser sie also gleich zu Anfang 
War, desto grösserer Vollendung kann sie entgegengeführt wer- 
den, beginnt man aber auf einer nachlassigen und fehlerhaften 
Vorzeichnung zu coloriren und hat, wenn es gilt, auch der 
Schönheit der Farbe Aufmerksamkeit zu widmen, noch nicht 
einmal die Elemente der Form durchdacht, so Wird schwerlich 
weder aus Zeichnung noch Farbe etwas werden. Das Colorit 
unserer modernen "Coloristen" bleibt aus dem Grunde vor- 
nehmlich so unbefriedigend, weil die V orzeichnung ihrer Bilder 
nicht sorgfältig überlegt war, Zeit und Erfolg werden Verloren 
von dem, der sich im Anfang keine Zeit lassen will. Ein 
rechter Künstler kennt keine Nachlässigkeit, er beginnt und 
vollführt das ihm Vorliegende mit voller Kraft, weil er das 
Schlechte nicht sehen mag. 
So sehen wir denn ganz selbstverständlich in der Fresco- 
technik des Trecento die auf dem groben Bewurf stehende 
Röthelaufzeichnung schon mit grosser Sorgfalt behandelt, ob- 
wohl sie beim Coloriren mit einer messerriickendicken Schicht 
undurchsichtigen Feinverpiltzes wieder bedeckt wurde. Alles 
das, worüber sich der Maler mittelst ihrer versichern wollte, 
die architektonische Anordnung der Composition, die Stellung 
und Bewegung der Figuren, Proportionales und allgemein 
Formales dieser letzteren, ist gut und sicher festgestellt als 
unumgänglich nothwendige Grundlage Qungehemmter Weiter- 
führungl). 
1) Um das Ganze leichter in guten architektonischen Proportionen an- 
zuordnen, wurde zuerst ein Quadratnetz auf der Mauer angefertigt mit 
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