Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Grundsätze der Ölmalerei und das Verfahren der classischen Meister
Person:
Ludwig, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1841768
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1844401
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Anhang. 
Löifeichens genau nach den Proportionen jener Winkel ein. 
Seine Mischuligscoinponenten sind, denn es handelt sich um 
einfarbige Forinenuntennodellirung, Schwarz und N eutrahxreiss. 
Nun wählt er auch seinen Standpunct dem abzubilden- 
den mit Lichtern und Schatten versehenen Object gegenüber. 
Weder die volle Lieht, noch die volle Schatten-Seite wird den 
Körper am besten in seiner Bbnnenrundung zeigen, sondern 
diese wird das Auge dann am vollständigsten sehen, wenn 
es „zwischen Licht und Schatten des Objeetes mitten hinein 
gerichtet" ist, oder wenn seine Sehaxe gerade über die Linie 
hinstreieht, Welche die Lichtseite des runden Körpers von der 
Schattenseite trennt 1). 
Aber das höchste Licht des Gegenstandes und dessen 
tiefster Schatten kommen so beide auf die zwei sich einander 
gegenüberliegenden aussersten Ränder zu stehen, und diese 
Ränder stehen beide vom Auge am weitesten entfernt. Für 
die malerische Darstellung ist diese Placirung des höchsten 
Lichtes nicht günstig, denn die hellsten Farben sind die am 
weitesten hervortretenden. S0 ist es wünschenswerth, dass 
das höchste Licht an einer Stelle des Körpers stehe, welche 
dem Auge näher ist, als dessen zurücktretender ausserster 
Rand. Lionardo sagt also, der Maler stehe am besten an 
einer Stelle, Von der aus er zwischen jene trennende Linie und 
das hohe Licht am Körper hineinsehe. Nun sieht er den 
tiefsten Schatten nicht mehr, dem grössten Lichtumfang hat 
er entsagt. Allein in der Ansicht, die er jetzt hat, gewinnt 
er noch einen Mittelton jenseits des höchsten Lichts, und das 
Licht selbst ist mehr nach der gegen den Beschauer hervor- 
stehenden Mitte des Gegenstandes zu versetzt. Und dieses 
ist denn den Mitteln der malerischen Darstellung günstiger. 
Diese "Grübelei" zeugt allem Anschein nach bis jetzt von 
einiger Klarheit und Umsicht. Aber es geht nun auch bei 
Beobachtung der Farbe mit Wahrhaft Lionardoscher Uns 
erbittlichkeit des Verstandes und Gefühls weiter. So ergötz- 
sind 
Die Experimente 
zumeist 
Kugeln 
angestellt.
        

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