Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Grundsätze der Ölmalerei und das Verfahren der classischen Meister
Person:
Ludwig, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1841768
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1844288
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Anhang. 
Hierauf: Horizont mit Weiss 4- Ultramarin oder mit 
Lichtfarbe (Weiss -f- Lichtocker) in Mediensrzlricht über- 
sehumlnert.  
Verbindender Generalfirniss. 
Dann sind auch zuweilen die Fernen aus Blaugraumeugung, 
(leckfarloig, etwas roher vorbereitet. 
Diese Art wird nicht so starkleuchtend, (eignet sich daher zu 
etwas dunkleren Dämmerstimmuirgeir. 
Eine sehr schöne Braunuiltertuschung ist zu sehen: Uffizien, 
Fra Bartolomäo. 
Will man das Verfahren gut kennen lernen, so untersuche man 
schon etwas nachlässigere Spätere, z. B. Andrea del Sarto. In 
seinen Bildern sind natürlich schon die Einflüsse der Lionardo'- 
sehen Umwälzung zu vollem Ausdruck gekommen. Dennoch ist er 
noch stark intensivfarbig. Hier kommt es uns nur auf die Leicht- 
kenntlichkeit des Verfahrens an. In seinen unfertigen Bildern ist 
Alles klarbraun untertuscht und Lasurlocalfarbe darauf getragen. 
Dann sieht man Bilder in einem Stadium Weiterer Entwickelung, 
in welchem die Deckfarbenaufhöhung begonnen hat und die Schatten 
saftig klar stehen gelassen sind. Die am weitesten mit Deckfarbe 
vollendeten und durchgcformten Bilder des Andrea sind die hellsten 
und grauesten. 
Wlas sich bei seinen Bildern im Dunkeln darstellt, zeigt sich 
auch bei den helleren des R. Ghirlandajo. Der transparent- 
hraune Ton verführt mit seinem goldigen Ansehen dazu, ihn unzer- 
stört stehen zu lassen, daher oft die Formengebung in dem Schatten 
etwas vernachlässigt ist. Das frischere, keuschere, an Localfarhen 
mannigfaltigere (lolorit, zu welchem die Grauuutortuschilng führt, ist 
wohl jedenfalls vorzuziehen.  
Zweite 
Reihe. 
(ilairobseur. 
1. Lionardo 
da Vinei. 
. Die Kunstgeschichte einer Epoche wird nur (lerjenige 
wahrhaft lebendig darstellen, der die inneren Motive der Kunst- 
praxis derselben kennt und uns eine wahrhafte Vorstellung 
von der Arbeitslnethode der Meister zu Versehaffen vernmg.
        

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