Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Grundsätze der Ölmalerei und das Verfahren der classischen Meister
Person:
Ludwig, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1841768
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1844212
Arbeit 
Führung der 
Kunstwerken 
der 
alten 
Schulen. 
205 
hin (leutlirßh erkennt, was auf ihnen vorgeht. Diese an sich 
schon nicht geringe Leistung muss noch in den Augen eines 
Jeden wachsen, der die unendliche Schärfe der Detaillirung, 
die sich der Ganzheit der Hztuptform unterordnet, in der Nähe 
betrachtet.  
Die Taigeshelligkeit der Erscheinung wird dem Umstande 
verdankt, dass die grössten Kraftinittel der Palette in das Licht 
oder in den Mittelton stärkster Loealfarben verlegt sind. Es 
fehlt fast nie ein vollkommenes Weiss als Localfarbe, im Gegen- 
satz zu einem eben so verwendeten vollkommenen Schwarz. 
Bei dieser Energie und Deutlichkeit der Localfarbengebung 
glauben wir in's tageshelle Freie des vertieften Raumes zu 
sehen. Licht umspielt Alles, dem farbenundeutlichen Schatten 
ist mit Bewusstsein entsagt 1). 
Was aber den poetischen Klang betrifft, der die Seele 
jener ideal gestimmten Menschen durclizog, so strahlt uns aus 
ihren Malereien ein ganzes Paradies von Farbenschönheit ent- 
gegen. 
Nun trug allerdings die Farbengelegenheit, die sich in 
ihren Aufgaben bot, dazu bei, dass sich die schönfarbige Art 
lange erhielt. Nacktes in grossen Massen, Welches ohne Schatten 
hätte monoton ausfallen müssen, kann nicht vor. Das Vor- 
herrschen des Gewandes fordertc zur höchsten Farbigkeit auf. 
Auch schon der kleine Maassstab der Bilder machte allgemeine 
Helligkeit zur Wünschenswerthesten Bedingung. Waren nur 
an einigen Stellen energische Dunkelheiten aufgeboten, so war 
für die Haltung gesorgt, und die allgemeine Ilelligkeit und 
Farbigkeit wurde nicht bunt, nicht flach und nicht ermüdend. 
Tabelle 
Direct an Temperennalerei anschliessend. 
Altdeutscll und altitalienisch. 
Absicht des Colorits: 
tung von vorne. 
Helle offene Tagesbeleuchtung. 
Schattemnodellirung schwach. 
Beleuch- 
Haltung 
1) Noch Lionardo sagt, mehr als einmal, eigentliche Schatten könne 
nicht malen und man halte sich besser an localfarbige Erscheinungen. 
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