Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Grundsätze der Ölmalerei und das Verfahren der classischen Meister
Person:
Ludwig, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1841768
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1844146
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Anhan g. 
Stellung des Malers vom sichern Ziele ablenkt und sie beun- 
ruhigend hin und her wirft. 
So sei also auch die Vorstellung der Art des Colorits 
gleich von Anfang eine bestimmte und der. Effect sei fest- 
gestellt. Man kann nichtv ohne Schaden des Colorits ein hell 
beabsichtigtes Bild plötzlich zum (lunklen umstimmen. noch 
weniger eines, welches als Clairobscilr begonnen war, plötzlich 
zum hellen schönfarbigen umwandeln. J e besser jeder einzelne 
Farbencharakter gleich von Anfang an vorbereitet war, desto 
schöner wird er hervorkommen, er sei nun ein positiver oder 
ein halbdurchscheinender Deckfarbencharakter, oder eine ganz 
durchsichtige Lasur. 
Das aber würde das Allerfatalste sein, wenn aus Nach- 
lässigkeit oder Nothbehelf die Fau-beilcharaktere (lureheinander 
geworfen it'ür(;le11, und z. B. ein halbdeckenrler Ton da ent- 
stünde, wo eine Lasur zu stehen hat. Denn jeder lilarben- 
Charakter hat seine eigene Bedeutung, und um so präciser 
hat er sie, je mehr er darin durch den zu ihm gegensätzlichen, 
gleichfalls an seiner passenden Stelle sich befindenden hervor- 
gehoben wird. 
Wir wüssten nun zum Zwecke der Verdeutlichung und 
[lebung zugleich nichts Besseres zu thun, als eine Reihe von 
Tabellen aufzustellen, in welchen (ler Versuch gemacht ist, 
den Sinn und die Führung der Arbeit an Bildern alter Schulen 
zu schildern. 
Bei der Linendlichen Schwierigkeit, besonders in XNerken 
von grosser Vollendung, sicher zu sehen, bin ich gewiss, (lass 
es in meinen Beobachtungen von Fehlern wimmeln wird, so 
lange Jahre das Mühen auch auf das Studium alter Malweisen 
gerichtet war, so Vieles betrachtet und so manches unfertige 
und halbzerstörte Bild zur Untersuchung gezogen wurde. Für 
gar Manches wüsste ich keinen andern Beweis anzugeben, als 
das Vertrauen in mein räuge, welches unter der fortwäilircii- 
den practischen Uebung, die verschiedenen Charaktere der 
Oelfarbe auf den für sie nothwenrligen Prapaxratiiwnen hervor-
        

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