Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Grundsätze der Ölmalerei und das Verfahren der classischen Meister
Person:
Ludwig, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1841768
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1844070
Der 
Boden, 
welchem 
rationelle 
Bärbentechuik 
wurzelt. 
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11101101110 läilder, so können] wir" uns (lvr Vorstcllulyg; nifvllt er- 
wehren, als Sei (los Malers bester Wille, wie eine unglückliche 
Fliege, mit verklebten lütigeln in den hässlichen Firnissbrülu-n 
und im Farbenbroie zu Grunde gegangen. 
Capitel 
lll. 
Der 
Boden, 
welchem 
rationelle 
Farbentoclnlnil: 
wurzelt. 
Soweit sich in Dingen bildender Kunst die Meinung mit 
Worten einigermaassen deutlich bezeichnen lasst, glauben wir 
nun auf das hingewiesen zu haben, worlurcel: sich die Natur- 
ficobarwhtung des bildenden Künstlers von der des (dielehrten, 
des Poeten und des geniessenilen Laien zu unterscheiden hat. 
Wenn schon der Schauende im Kunstweirke nicht die objec- 
tive Wiedergabe des Vorbildes in seiner positiven Kraft! zu 
GTiJllCkGII erwartet, sondern nur Proportionen, in herabge- 
iniinlerter Scala (lenen ähnlich, in welchen sich uns die am 
Naturhilde empfangenen Eindrücke gegenseitig präcisiren, so 
soll sich der Künstler doch bis zu vollständigem Bewusstsein 
bringen, was an dem Beohaehtungsobjecte er hervorheben 
Will, und die ausnehmendste Sorgfalt und Klarheit in Wahl 
und Zusammenstellung der durch Verwandtschaft oder durch 
Cfegensatz sich stützenden oder heworliebeliden Eindrücke 
sei ihm Regel. Werden Hannonie und Schärfe des Gesammt- 
eindrucks durch nichts Verfehltes oder Un gehöriges, Zufälliges 
geschädigt, so brauchen die subjectiven Standpuncte, von 
denen die Beobachtung anisging, nicht einmal sehr vielseitige 
zu sein, die Seele des Schauenden, die ja schliesslich mit 
nicht umfzxssenderen Organen der XVahrnehinung ausgerüstet 
ist, als die des Mittheilenrlen, wirrl befriedigt (lem im Kunst- 
werke niedergelegten Willensausdruck lauschen und, wohlge- 
fällig in die Tiefen der Mittheilung folgend, (lureh das in 
knapper Deutlichkeit vor Augen Stehende so sehr gefesselt 
sein, dass sie gar nicht einmal an das [lebrigbleibende er- 
innert sein will, das dem Bilde an Vlielseitigkeit fehlt. Ist 
(lagegtln jene LIHFIUOIÜO nicht kraftvoll und deutlich, schwankte
        

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