Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Grundsätze der Ölmalerei und das Verfahren der classischen Meister
Person:
Ludwig, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1841768
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1844031
Praxis, 
des Grundes. 
Wahl 
187 
aus Nlengungen 
wozu malen sie 
aufnlulon, 
überhaupt 
werden das nicht 
auf einen Ton? 
fühlen. 
Allein 
Fehler, gegen (len Grflllld begangen  bestehen sie nun 
in etwas zu weit gegangener Aufhellung, oder in zu grosser V er- 
(lunkelung  fallen allerrlingsini ersten Augenblick nicht so 
stark auf. KOIUIDtäIlJGF die Lasur, so machen sie sich geltend, 
und dann kann die Störung sehr unangenehm werden. Die 
corrigirten Stellen werden meist von festem und fremdem Ton. 
Die Grundfarbe Wieder herzustellen, ist natürlich leichter, 
wenn sie positiv (leckfarbig, als wenn sie Lzisurfarbe war. 
Wie sehr auch noch die spanischen Deeedenzmziler auf Er- 
haltung des Grundes hielten, kann man an xiielen ihrer 
Bilder sehen, in Welchen der Grund in den Schatten kaum 
berührt ist.  
Am besten ist, man kann jedesmul, nachdem einmal be-Bägfräfsligrfi 
gennexi ist, bei seiner Farbenabsicht beharren; (l. h. man Absicht- 
wandle ein sehönfarbig angefangenes Bild nicht zum Glair-  
ohscur um oder, umgekehrt, ein (elairolascures nicht zum scliön-  
farbigen. Soll aber das Erstere geschehen, so nehme man 
sogleich energisch für alle Schatten einen grauen Blittelton 
und (lecke sie (lamit. S0 auch gehe man, wenn mzmim schon 
vergeriickteil Bilde lilSllffälTbigü Schatten plötzlich im (Ranzen 
heller stimmen will, allen auf's Neue resolut eine gemeinsame 
(lrauunterlaige, diese gilt dann statt gemeinsamen Grundes. 
Es ist aber leicht einzusehen, welche Pein man mit allen 
solchen Nothhilfei] dem Harmoniegefülil schallt.  
Einen gluttenFirniss legt man auf den (irunml, weil sich gilgsfjhfglijrtj 
auf glatten lüäclnßn mit spitzem Pinsel liüssiger VOTZCiClIIIGIl 
lässt. Die Vollencletsteii Bilder der Renaissanccäsinll auf w0l1l- dggg'äicäljs_ 
geglättete (iründe gemalt. Hier wird die Farbe amleuchtend- 
sten, und des Malers Wille ist den wenigsten Zufälligkeiten 
(lesErfolgs ausgesetzt. Die späteren, sehr grossen läilclforinate 
führten zu raulieren (h-ünden. Der Wlechsel vieler kleiner 
uufgefangener Lichter und kleiner Schatten, welchen die rauhe 
Leinwandoberiläehe hervorruft, kann ein angenehmes (ilrau- 
ilinßnncrn der Farbe wirken.
        

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