Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Grundsätze der Ölmalerei und das Verfahren der classischen Meister
Person:
Ludwig, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1841768
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1843985
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Zweiter 
Abschnitt. 
ihrer 
vollen 
Kraft 
ZU 
volleuuln-J: 
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(licnt 
Man giebt die blauenden Nledie11scheine. lllan setzt von 
den letzten Schattentiefen die breiteren ein. Nachdem man 
illles soweit, wie möglich, Vollr-iidet, lässt man es trocknen. 
ÄDann retouchirt man alle klerinen Ungleichheiten der 
Lasur und vollendet kleine, zarte Absehattirungen. Man tönt 
die blauenden Medien 111it Lasur ab; man setzt die spitzen 
Schattentiefen ein. Hat das Bild Viel helles, (lurchbroehenes 
Detail, so inalt man dieses zu allerletzt, nachdem SäD11TIill('llL' 
ih111 zu Grunde liegenden Plane streng organisch fertig sind. 
Mit spitzem Pinsel zeichnet man es hochdeckfztrbig und zu hell 
auf, man lässt  rasch trocknen und lasirt es dann mittelst 
feiner Pinsel 111it dem Uebrigen zusannne11. Dieses Autspz-iren 
solchen Details bis an's Ende der Arbeit wird Viele Vortheile 
haben. Die Hanptfor111 Ward gesichert, und es wird leichter 
sein, dem Detail seinen rechten Platz auf ihr anzuiveisen. Es 
wird nicht so leicht Lleberflüssiges gemacht werden. Das 
Detail selbst wird sich in Folge dessen der Hzu1ptf0r111 organi- 
scher ansehliesseiu, und wird sauber und präeis i111 Pinsel- 
vortrag werden. Und was die Hauptsache ist, des Künstlers 
Kraft und Werklust werden durch diese reizende SClIlUFH- 
beschäftigung noch i111 Augenblick (ler Vollendung seines 
Werkes auf's Neue belebt sein. 
Zum Schluss bedeckt man das ganze Bild mit einem leicht 
abtönenden Firniss, auf dass es noch mehr hinter den Rahmen 
zurück und aus der wirklichen Umgebung hinziustrete. Durch 
eine heftig gefärbte (ienerzillasur dem Bilde einen farbigen 
Ton zu geben, ist nur dann gestattet, wenn zille Farben des 
ganzen Bildes der Warmen Richtung oder der Richtung der 
Tönungsfarbe an gehören. 
Dieses allgemein (jäesagte werden wir in Beispielen zu 
präcisiren suchen. Es ist des Allgemeinen nur noch Einiges 
zu bemerken, zur WVarnung vor Schaden. 
Nichts ist so unangenehm, als wenn Unterlagen neu her- 
gestellt werden müssen. Es reisst die ganze Arbeit aus der Har- 
monie. Daher sei von vorn herein jede Unterlage gut überlegt.
        

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