Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Grundsätze der Ölmalerei und das Verfahren der classischen Meister
Person:
Ludwig, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1841768
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1843979
Praxis. 
181 
der Farbenwii'ktiiig geführt. l)ie Älodeillirung sei weich und 
ohne jeglichen harten Farbenabsatz, (lennnur, wenn sie dieses 
ist, lässt sie sich lasiren. 
Das Bild sei nun in der Form vollständig fertig, besonders 
in der Lichtmodellirung. Denn heller kann durch die nach- 
folgende Lasur nichts werden. Auch das kühle (trau der 
Llebergänge und Halbschatten sei scharf betont. Denn durch 
die kommende Lasur kann nur die ltuntlung, die sich durch 
warme Töne anstlriickt, noch weiter nüaneirt werden. Kurz, 
das Bild soll nun fatst wie fertig dastehen. Es ist nur noch 
eitwas zu blass und flach. Es fehlen ilnn die klaren Tiefen, 
die Liehtabsorption von oben her UhCl die Schönfzirbigkeit. 
 fehlt ihm jenes sanfte Farbengeheimniss. das nur in der 
Lasurfarbe webt. Es fehlt ilnn auch noch das letzte spitze 
Detail, sowohl in den Lichtern, als in den Schatten. Es ist, 
wiewohl gut geformt, doch noch vorherrschend massig, und es 
befindet sich insofern immer noch im Mittelton, als seine 
Schatten zu hell sind; seine Lichter sind aber gleichfalls 
heller, als sie sehliesslich werden sollen, die höchsten, Welche 
nur noch blass lasirt werden sollen, jedoch nicht um soviel, als 
es die Schatten sind. 
YVenn man das Bild nun sorgfältig gesäubert hat, und Iiäcäfgdriäxää 
nachdem es äusserst gut trocken ist. beginnt man localfarbig Laslm 
zu lasiren. ÄIan muss sogleich die ganze Bildfläche mit 
Lasuren willstäiiclig bedecken; denn sonst stört der Zwiespalt 
von Deck- und Lasurfarben das lilrkennen der Farbe und das 
Harnioniegefiihl. 
Man ist Vorsichtig und legt diese Lasuren nicht gleich in 
voller Kraft. Nlan niengt Petroleum in die Farben, damit sie 
lange. so lange als möglich, nass bleiben, und man ohne 
Schwierigkeit das zu stark rlnsgefallene wieder hinwegnehmeii 
könne. Man lässt sich alle Zeit und Ueberleguixg, denn das 
Bild verändert nun vollständig sein Farbenairstelien. 
Naehdein man eich an das neue Aussehen gewöhnt hat. 
verstärkt man, in's Xarsse hinein, mit solider Lasur, schön ver- 
rnaltentl und inodellireinl (abschattirentl) die Schatten. Man 
thut jetzt wohl, irgend eine delicate Ielanptfztrbe der ganzen
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.