Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Grundsätze der Ölmalerei und das Verfahren der classischen Meister
Person:
Ludwig, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1841768
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1843664
150 
Zweiter Abschnitt. 
Erklärung. 
welche in's. Grünliche fallen, als auch die, welche, mit Weiss 
gemischt, leicht ihre Intensität verlieren, oder an sich schon 
einen grauen Stich haben, also z. B. den sogenannten gelben 
Ultramarin, Neapelgelb und lichten Ocker. Goldocker, Siena 
und Chrom, welche unter Mischung mit Weiss nicht so schnell 
ihre Intensität aufgeben und sich auch hier als Gelb behaupten, 
sind dagegen Warmer. S0 giebt es auch kalte und warme 
Grün,  sogar Schwarz in den Malerpignlenten. 
Im Allgemeinen, sind alle Mengungsmischungcn mit W ciss 
kalte Farben zu nennen gegen die innerlich durchleuchteten 
Intensivcharaktere der Farben auf hellem Grunde. Selbst 
preussisch Blau und Cobalt in Intensivlasnr auf Weiss möchten, 
wenn wir uns auch scheuen dürften, sie warm zu nennen, 
doch noch innerlich beteuert genannt werden müssen gegen 
ihre aus mechanischer Mengung mit Weisspigment entstandene 
Mischfarbe. 
Edfläm"! Wir werden uns dieses so erklären müssen, dass die in 
der Pigmentmasse enthaltenen trüben Medien mit ihren farbe- 
verandernden Wirkungen thätig werden. Steht das Pigment 
transparent über weissem Grund, wobei nun die dem Auge 
hauptsächlich. fühlbar werdende Richtung des Lichtstralhles 
 die durch die Medien herwarts gehende ist, so kommt die 
321'332? warme Farbenwirkung der trüben Medien zum Sprechen. 
Medien Stehen in der Mengung mit Weiss die trüben Medien über 
dem dunklen Hintergrund des nach seiner Tiefe zu, wohin 
kein Licht mehr dringen kann, verdunkelten Pigments, so 
muss der blauende oder kalte Mediumsfarbencharakter zur 
Geltung kommen. Am auffallendsten wird also der kalte 
Charakter aller Pigmente gesteigert erscheinen, wenn dieselben 
in Mengung mit Weiss  also unter Zumischung weisslichei- 
Medien  auf lichtabsorbirenden Grund zu stehen kommen. 
Gßäßßsätz- Ist die Farbe des Grundes erzeugt aus lntensivlasur einer 
warmen Transparentfarbe über weissem Reiiector, so dass 
nun hier die warme Farbenwirkung der Medien die natürliche 
Wärme der Farbe noch erhöht, und kommt auf ein Stück 
solchen Grundes Mengung einer kalten Localfarbe mit Weiss 
in Mediensehicht zu stehen, so werden wir einen ausserorderlt-
        

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