Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Grundsätze der Ölmalerei und das Verfahren der classischen Meister
Person:
Ludwig, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1841768
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1843645
148 
Zweiter 
Abschnitt. 
farbigkeit einer Laeklasur, die einen intensivrothen Schatten 
erzeugen soll, ein wirksamerer Reflector, als Zinnober, sei. 
Dieser wird zwar, mit Lack lasirt, ein heftigeres Roth geben, 
aber ein festes und düsteres, nicht ein schönfarbiges 
Schattenroth. 
fäffrelfßfgägf: Neutralgrau, welches noch Weiss genug enthält, um den 
farbjgflfhat"Culminationspunct der Farbenschilnhcit hervorzuheben, ist 
stets eine gute Unterlage für durch Lasur zu erzeugende 
farbenreine Klarschatten.  
bligmspcfäaä: Liegt der Dunkelheitsgrad des Schattengraues der neu- 
tfägzgxfggf" tralgrauen oder stumpf loealfarbigen "U1itermodellirung über 
Pnine- denjenigen hinaus, welchen das in liehtalosorbirendei- Schicht 
darüber zu legende Transpareiitpiginerit im Höhcpunct seiner 
 Fairbenschönheit besitzt, so kann die liehtabsorbirenrle Lasur 
nur noch schwachfarbig zum Vorschein kommen, quasi als 
ein Medium, das sich vor die Töne der Untermodellirung legt. 
und durch das diese nun, dahinter zurückweichenrl, mit ge- 
sehwachtem Licht herschiiinnern. Diese Art des Verfahrens 
eignet sich daher trefflich für undeutlich farbige Schatten in 
landschaftlichen Mittelgründen, sowie auch in solchen Clairob- 
scuren, in denen die Kraft und Warme des (ÄblQrites in die hohen 
Lichtpartieen verlegt ist, und sie kann vornehmlich dann von 
besonderer Wirkung sein, wenn die im Bilde herrschende Be- 
leuchtung von vorn her einfallende ist. In solchem Falle 
werden nämlich im Naturvorbild diejenigen Körpertheile 
und Flächen am hellsten erscheinen, die am weitesten nach 
vornhin treten, die zurückweichenden und von der Richtung 
des Lichtes sich mehr und mehr abwendenden aber gradatim 
weniger hell. In der stumpflocalfarbigen, oder aber neutral- 
grauen Untermodellirung nun werden diese an Licht ab- 
nehmenden Partieen auf dunkler Unterlage mittelst allmählich 
auslaufender oder an Dicke abnehmender halbdeckfzirbiger 
Schichten gemalt worden sein. Kommt dann hierüber die 
lichtabsorbirende Lasur zu liegen, so werden die Töne der 
Untermodellirung um so tiefer unter dies Medium zurück- 
sinken, je dünner sie geschichtet sind, oder je weiter zurück- 
weichende Partieen des Naturvorbildes sie vorstellen. Die
        

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