Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Grundsätze der Ölmalerei und das Verfahren der classischen Meister
Person:
Ludwig, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1841768
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1843631
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der Oberüäiclme her. 
147 
bis zum Cuhninationspunct der Farbenschönheit des Trans-klfrägäjlb_ 
parcntpigin ents hinangcgangen, oder nicht (nach der Dunkel- schäme"- 
heit hin) über denselben hinaus, so muss das daneben stehende 
Licht natürlich schon sehr Weisslich sein. (Oft bei Paolo 
Verones e.) Bei solcher Helligkeit werden dann für schöne 
sattfarbige Kraftschatten des Vordergrundes alle jenseits des 
(lulininationspunctes der F arbcnschönheit liegenden Nüancen 
ausreichen 1). Solche klarlocalfarbige Schatten von obenher  
mit Lasur von auslöschender Farbe zu verdunkeln, ist nicht 
räthlich. Nur, wenn es eine äusserst schwache Nachhilfe 
ist, ist es statthaft. Die obenliegende Farbe spricht, sowie 
sie in Dicke der Schicht kommt, sofort in die Localfarbe 
mit hinein.  
So ist es auch, wenn (irün oder Blau durch Roth oder 
Braun sehr verdunkelt werden sollen (oder umgekehrt) immer G221, 
rathlich, die verdunkelndc Farbe zu unterst zu legen und die Vfffälgil" 
Localfarbe darüber. XVard aber z. B. eine dunkle Deckfarbe (fXZjIQfJäf 
auf verdunkelnder Unterlage aufinodellirt, und genügt eine hßfcgxfflfft 
Abtönung mittelst Verwandter Lasurfarbe nicht, um das weiss- gigffeoäjf 
liche lageslicht in gewünschtem Maasse von der Schatten- ümndlago- 
stelle hinweg zu nehmen, so mag dann, aber nur ausserst 
schwach, eine löschende Farblasur von obenher nachhelfen; 
oder, wenn die Modellirung auf Neutralgrau gemacht ist, eine 
Lasur von Schwarz; auch kann die Lasur von der Farbe der ab-  
sorbireriden Unterlage der Deckfarbemnodellirung sein. 
Soll deckfarbige Untermodellirung durch Lichtabsorption 
von der Oberfiache her weiter vertieft und dennoch intensiv- 131111323?" 
farbig im Schatten werden, so muss sie genügend hell sein. 
In ihren Schattentönen muss sich noch weissliches Licht ge- 
nug befinden, um farbendurchleuchtend durch die saftige 
Lasurschicht hindurch sprechen zu können. So kann es 
kommen, dass in einem Schatten z. B. Eisenviolet und Weiss, 
das doch eine stumpfe, graue Mischfarbe ist, für die Schön- 
1) Diese, die klarschwarzen, die dunkelst und heller intensivfarbigen 
Schatten sind es, von denen Rubens sagt, es dürfe kein Weiss hinein 
kommen. In der festen Unterlage aber soll es sogar stehen.
        

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