Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Grundsätze der Ölmalerei und das Verfahren der classischen Meister
Person:
Ludwig, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1841768
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1843520
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Zweiter Abschnitt. 
gleichmässig in der Schicht wird, besonders, wenn man sie 
mit nicht allzu weichem Pinsel führt und nicht allzu gleich- 
mässig vermalt, sondern mit frischem und energisehem Pinsel- 
vortrag hinsetzt. Dann scheint der helle Grund an manchen 
Stellen energischer hindurch, und es entsteht hieraus ein für 
das Auge angenehmes Schwanken der gesättigten Farbe, ihr 
Ansehen bleibt leichter. liehtvoller und luxuriöser. Mehr ver- 
dunkelte Unterlage giebt der Transparenz zwar auch noch 
schönen Sättigungsgrad, aber derselbe ist gleichmässiger und 
hat ein nüchterneres und körperlieheres Ansehen. Man wisse 
daher diese Unterschiede zur (lharakterisirung trunkener Licht- 
erscheinungen gegen positivere, ruhigere auszunutzen. 
Yäguääf- Ist die Unterlage aber so dunkel und farbenkraftig, dass 
Unterlage nur geringe Lasurschicht schon ausreicht, um den Ouhni- 
nationspunct der Farbenschönheit zu überschreiten, so zeigt 
das Resultat starken Positivcharakter. Die Lasur wirkt nicht 
mehr als ein von der Unterlage durehleuchtetes Element, 
sondern vielmehr, umgekehrt, als ein von obenher liehtabsor- 
birend die farbige Unterlage verdunkelndes. Man hat nun 
die festfarbige Unterlage, Welche mit ihrer Farbe deutlich 
blieb, etwas dunkler und intensiver gemacht durch Zerstreu- 
ung des weissen Tageslichtes auf ihrer Oberfläche, aber von 
einer durchleuehteten lntensivfarbe ist nicht mehr die Rede. 
Auch dieses Unterscheidende benützt man natürlich und 
wendet es an zur Darstellung sehönfarbiger Solidkörper, ini 
Gegensatz zur schönfarbigen leichten und leuchtenden Luft, 
welche mit Blasslasur über hellsten Grund gemalt wurde. 
xffßäfää Transparentgrün, besonders Gelbgrün als gesättigte ltlarbe 
bereitet einige Schwierigkeiten, weil wir kein haltbares Trans- 
parentgrünpigment besitzen. Es durch Mischung, d. n. Ueber- 
gehen vonstarkfarbigem Deckgelb mit Mineralblau hervorzu- 
biingen, hat den soeben erwähnten Uebelstand, dass die Farbe 
leicht etwas fest und zuweilen etwas langweilig wird. Auch 
geht es nur bis zu gewissen Dunkelheitsgraden an, darüber 
hinaus fangt die Blauschicht an vorzuherrschen. Man thut 
besser, auf die Heftigkeit des Grüns zu verzichten, mengt aus 
Klar-Braungelb oder Gelb und Blau die gewollte Nüanee und
        

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