Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Grundsätze der Ölmalerei und das Verfahren der classischen Meister
Person:
Ludwig, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1841768
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1843451
Schönfarbigkeit. 
129 
Vor in den Reflexen, Welche Faltenlichter auf gegenüberstehende 
Faltenschatten werfen. 
Sättigung erleidet auch das weissliche Tageslicht, wenn 
es nicht direct von der (lberiläche eines Körpers zurückprallt, 
sondern unter dieselbe bis zu einer gewissen Tiefe eindringen 
kann. Von hier kehrt es dann, den Weg durch die Farbe djjißguggm 
des Körpers zum zweiten Male machend, zurück, verliert sein 13,221; 
Weiss und sättigt sich in der erleuchteten Farbe. Strahlt es rfjäikfißft'j' 
von der Oberfläche direct zurück, so wird es durch sein auf- Smhles- 
recht erhaltenes Weise die beleuchtete Farbe in's Weissliehe 
ziehen, also heller machen. 
Weil das Eindringen des Lichtstrahls unter die Ober- 
Hache eine der Bedingungen der Sättigung ist, so eignet sich 
das Oelfztrbenmaterial so viel besser zur Hervorbringung ge- 
sattigter Farbencharaktere, als die starker reflectirenden Wasser- 
farben. Besonders die durchsichtigen Lasurfarben können 
hochintensive Farbe dadurch bekommen, dass sie über einem 
hellsten Untergrund liegen, der den eingedrungenen Licht- 
strahl zurückwirft. Ihre Schicht darf nur nicht allzuhoch 
werden, sonst wird die Menge der kleinenweissen Trübungen, 
von denen kein Pigment ganz frei ist, der Intensität der Farbe 
gefährlich. Die Möglichkeit, dass der Lichtstrahl unter die 
Oberfläche eindringe, hat aber im Gefolge, dass die inten- 
siven Transpztreiitfarben nicht so hell sind, als die das Talges- 
licht von ihrer compacten Oberfläche retlectirenden Deckfarben. 
Wir stellen jetzt unsere beiden Farbentafeln nebeneinan-dxeräßgggn 
der und vergleichen ihre Charaktere miteinander. sägagfjn 
Es stehen vor uns auf der schtvarzen Tafel die allge- F'"hemfel' 
meinen Principien rationeller Deckfarbemnalerei, auf der 
weissen aber die der schönfarbigen Manier. 
Machen wir uns ihre Unterschiede klar, aber halten wir 
zugleich fest: Die uns in Oelfarben gewährten Ausdrucks- 
mittel beuten wir erst aus, wenn Wir alle Charaktere der beiden 
'l'afeln vereint zur Verwendung zu bringen wissen. 
L u d w i g, Alalerei.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.