Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1839986
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NIetall mit etwa einen Zoll überstehenden, 
halse gut aufgepassten Kragen sehliesst. 
dem 
Büchsen- 
Nr. 
77 
Beinschwarz, 
Kernschwarz, 
bräunlich, (trocknet schwer). 
violettlich, (trocknet sehr schwer). 
(Letzteres wird aus Pfirsichkerncn gemacht. Ist aber 
zu entbehren, indem man anderem reinen, soliden Schwarz 
den dasselbe auszeichnenden violettlichen Ton leicht, und 
dazu dauernder geben kann.) 
Schon die eben gebrachten kurzen Anweisungen lassen 
crrathen, wie nützlich, oder vielmehr wie nothwendig eine 
umfassendere und eingehendere Kenntniss jener der Malerei Eine goflmlßrß 
dienenden Pigmente ist. Denn nur ein genügendes Unter-   
richtetsein auch nach dieser Seite kann den Künstler zur für den  
Beschaffung absolut zuverlässiger, dem jeweiligen Zwecke Kiinstlornoth- 
dienenden Malmitteln befähigen, und dies zu erreichen ist Wendig- 
gewiss um so wichtiger, uni zo erwünschter, als dasselbe 
seine ideellen wie materiellen Vortheile sichert!  Die 
Künstler früherer Tage besassen bekanntlich diese Material- 
Konntnisse in hervorragender Weise, und welchen Nutzen 
sie daraus gezogen beweist ein Blick auf deren Werke, 
die sich durch Haltbarkeit, Ünvcränderlichkeit des Tones 
und erhöhte Leuchtkraft der Farben wesentlich von den 
Arbeiten späterer Meister unterscheiden. Obschon man 
sich dieser Erkenntniss nicht entziehen kann, so hat sie 
dennoch, unbegreiflicherweise nicht zur Umkehr geführt. 
Es ist aber unschwer einzusehen, dass jene derzeit mass- 
gebend gewesenen Elementargrundsätze, Wieder zur Gel- 
tung gebracht werden müssen, was um so leichter geschehen 
kann, als es an diesbezüglichen Hinweisen nicht fehlt. 
Wir finden, wenn wir uns nach diesen Anweisungen um- 
schauen, in Lionardo da Vinci einen Mentor, dessen seltene 
Eigenschaften ihn als den berufensten Lehrer erscheinen 
lassen. Ihn hören wir im achtzigstcn Kapitel seines 
zweiten Buches „von der Malerei" „vom Irrthuniel) derer" 
reden, „welche die Praxis üben ohne die Wissenschaft", 
und heisst es dortz): "Diejenigen, welche sich in Praxis 
1) "De Perrore di quelli, clfusano 1a praticha. snnza 1a scientia", 
(Errore di quelli, clfanleno piu 1:1 pmticach 1a teorica.) Irrthum derer, 
die mehr die Praxis, als die 'I'hcorie lieben. 
2) "Quelli, ehe sünalnnrano (li praticha sanza. seientia, sono confe 
li nochieri, ch'entran in nauiglio sanm timonc 0' bussola, chc mai 
hanno certezza, doue si uadano".
        

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