Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1839949
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(Magnansuperoxyd) mit Oel gekocht, gibt  ein stark trock- 
nendes Mittel; wenn dies aber ausreicht, warum dann noch 
den Sud mit anderen Ingredienzien unnöthig verbessercn 
wollen! Ein gelinderes Trockenmittel ist ein trocknendes Oel 
im Wasserbade gekocht, welches man in der Weise dar- 
stellt, dass man dasselbe über eine gute Stunde in einer 
Kochtlasche, in siedendem Wasser erhitzt.  Farben, die 
wie Kremser- oder Bleiweiss, Neapelgelb, Cobalt und andere, 
gewisscrmassen selbst Trockenmittel darstellen, sollen durch- 
aus keine das Trocknen beschleunigende Zusätze erhalten. 
Ich will nicht verfehlen, eine Bemerkung B0uvier's hieher- 
zusetzen, der das Verfahren empfiehlt, das Trockenoel nicht 
etwa den Farben schon beim Anreiben zuzusetzen, sondern 
dies beim Gebrauch auf der Palette zu thun. Dieser Ver-  
schlag bedingt aber die genauere Kenntniss des Trocken-    
Vermögens der einzelnen Farben. Bouvier, der zur Zeit vcmlödmf der 
die empfehlenswertheren Farben eingehendst geprüft, gibt FaT-ben, 
ihre Art zu trocknen, wie folgt an: 
Weiss. 
Nr 
Kremnitzer- oder Kremserweiss, 
(trocknet schnell). 
Gelb. 
bestes 
Weiss, 
Neapelgelb (trocknet gut). 
Lichter gelber Ocker (trocknet, 
ziemlich langsam). 
rein 
gebraucht, 
Sauerstoff zu verbinden. (Stöekhzxrrltz)  Diese Bemerkungen sagen 
hinlänglich was zu geschehen hat, um das Oel zu einem Cfroukenoel, zu 
einem mit Sauerstof? gewissermassen geschwihigeitexx Oele zu machen. 
Man bereitet das 'l'reckenoel in der Weise, dass man in einen neuen 
glasirten Topf etwa 10 Loth Braunstein zu einem Pfund Oel gibt, 
welches man bei gleichmässigem, gelindem aber hellem Feuer (wenn's 
Knhlenfeuer ist) kocht bis es aufwallt und schäumt; den Schaum nimmt 
man ab; wenn sich derselbe etwas färbt, nimmt man den Topf vom Feuer 
Weg. Man lässt nun das Oel erkalten und sich setzen, schüttet es dann 
vorsichtig ab und bewahrt es gut verschlossen.  Bei dieser Trockenoel- 
Bereitung hat man nur die Vorsicht zu gebrauchen, dass man ein kleines 
Gefäss mit Ausguss, gefüllt mit demselben Oel, dessen man sich zu be- 
sagtem Zwecke bedient, bereit hält. Kocht nämlich das Oel zu hoch 
auf und droht mit Ueberkochen, dann giesst man schnell etwas von dem 
gleichen, bereit gehaltenen kalten Oele hinzu und hat so niemals etwas 
zu befürchten.  Es ist noch zu bemerken, dass das im Marienbarle 
zubereitete 'I'rockenoel für zarte, helle Töne zu verwenden ist, da das 
dunkele Trockenoel dieselben schädigen würde.
        

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