Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1839874
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Oclnuss nicht auch schon den Aegyptcrn und Griechen 
bekannt gewesen ist. Denn die Frucht hält sich lange gut 
und ist hartschalig, was einen weiteren Transport und 
längere Lagerung gestattet. Sie wächst in Indien, auf 
Java und den Molukken, vornehmlich gedeiht dieselbe aber 
auf den Südseeinseln, wo es Waldungen von diesen Bä-umen 
gibt. Der Baum ist anspruchslos und gedeiht auf jedem 
Boden und in jeder Höhenlage bis zu aehthundert Metern. 
 Wenn wir nun erwägen, wie schon Ptolemäos das Indien 
mit dem goldenen Chersonesos, der heutigen Halbinsel 
Malacca, bekannt war, und uns ferner der, wenn auch 
dürftigen, so doch recht bestimmt lautenden Nachrichten 
über den KaraWanen-Verkehr in recht frühen Tagen er- 
innern, dann kann oben ausgesprochene Annahme, dass diese 
Frucht schon früher bekannt gewesen und ihr treffliches 
Oel Benutzung gefunden, kaum mit Aussicht auf Erfolg 
bestritten werden. Denn erstens konnte sie schon auf dem 
Landwege gen Westen gebracht werden, und ferner ist 
nicht anzunehmen, dass die vielen Insel- und Küstenbe- 
vvohner des Grossen- wie des Indischen Oceans, die doch 
auf den Seeweg und Seeverkehrl) angewiesen waren, minder 
unternehmungslustig gewesen wie die Umwohner der west- 
lieheren Meere; jedenfalls haben auch sie ihre Phönicier 
gehabt. Auf einen Verkehr, welcher Erzeugnisse des 
Ostens aus Indien und über Indien vermittelt, weisst auch 
die Stelle im ersten Buchez) Mosis hin, wo erzählt wird, 
wie Madianitische Kaufleute (aus dem südöstlichen Palästina 
oder Nord-Arabien) kommend, ihre Kameele mit Gewürzen, 
Harz und Myrrensaft beladen, nach Aegypten führten. 
Zu den aus dem fernen Osten gebrachten Produkten 
kann auch die Candlenuss gehört haben, deren Oel, seiner 
vortrefflichen Eigenschaften wegen, an erster Stelle als 
Maloel genannt zu werden verdient. Die Brauchbarkeit 
desselben ergibt sich schon aus den folgenden Analysen 
der beiden Hauptarten dieses Oeles im Vergleiche mit 
1) Siehe Anhang: 21. Eine directe Bestätigung des dorthin 
reichenden Handels findet sich bei Plinins B. XXXIII, Oap. 58, wo es 
in einer Anmerkung der Uebersetzung von Dr. Kiilb heisst: "Cinnabaris; 
unter dieser Benennung verstehen also die Griechen das sogenannte 
Drachenblut, bekanntlich       das Erzengniss eines Eaumes, des 
Blutrottaxigs (ealamxxs draconis), Welches aus dem OSiJiLSiGITZiSC en Archipel 
kommt und woraus jetzt noch die schönste Pupurfarbe bereitet wird."  
2) Genes. C. XXXVII. 1
        

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