Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1839856
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vielseitige Verbindungen pflegen oder anknüpfen. Der 
Gedanke liegt nahe, dass die freigebigen Geschenke als 
Ausdruck des Dankes für ganz besonders sehittzensiverthe 
Dienste zu betrachten sind, unter denen wir die Ueber- 
mittelung eines so trefflichcn lilirnissrecelotes, oder selbst 
der fertigen Waare um so mehr anzunehmen uns be- 
rechtigt sehen, als wir aus den vielfachen Publikationen 
und Aufzeichnungen Diirers nach dieser Richtung gravi- 
tirende Studien und Arbeiten sonst nicht erfahren.  Das 
sein Mal-Verfahren aber ein in dortiger Gegend nicht 
gebrätuchliches war, ersehen wir ebenfalls aus besagtem 
Briefe und erkennen gleichzeitig, dass die von Dürer an- 
gewandte Malweise, die in verhältnissinässig kurzer Zeit 
ein achtmaliges Uebermalen gestattete! die denkbar 
vollkommenste war, und ein Material voraussetzt, dass dem 
in Flandern benutzten überraschend ähnlich sieht.  
Wenn uns nun dieser „weisse Brügger Firniss" nur ein 
einziges Mal begegnet, so kann dies gar nicht überraschen, 
da er vielleicht als ein Geheimniss behandelt wurde; viel- 
leicht ist er, wie vieles Andere, wieder bald mit seinem 
Verfertiger verschwunden und nur seine Erinnerung ge- 
blieben, die dann möglicherweise van Eyck den Weg 
gewiesen. Jedenfalls steht fest, dass es damals Geheim- 
nisse gab, und wie strenge man die ererbten, die über- 
lieferten Geheimnisse bewahrte, bestätigen schon die 
vielen sich widersprechenden, fast zur Sage sich ge- 
staltenden Berichte über der xYan Eyek's Erlindung. 
Zweifellos bestätigt uns aber weiterhin die Geheimhaltung 
gewisser lngrediencien eine vor dem Brande in der Strass- 
burgerl) Bibliothek (A. VI. 19) gewesene Unterweisung, 
der ältesten in deutscher Mundart, in der es heisst: „Umb 
die oli wessent nit alle moler".  Bestätigen uns die er- 
haltenen Werke die Vorzüglichkeit des Materials, so be- 
weisen uns Dürers, des ehrlichen, wackeren Mannes Worte, 
dass man mit Sicherheit operiren konnte; denn der Erfolg 
hat es bewiesen, dass er seinem Werke eine fünfhundert- 
iährige Dauer versprechen durfte.  Unterziehen wir nun 
mit Rücksicht auf die in dem Vorhergehenden berichteten 
Beobachtungen die Oel-lflßxunifrtichte einer näheren Unter- 
suchung, dann ist zu bemerken, dass Nussoel, welches 
ohne besondere, ohne nähere Bezeichnung Erwägung findet, 
Excurs 
der 
Oclnzalerci (All). 
11g) 
l71.
        

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