Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1839819
Der Samen soll höchstens 8-10 Centim. gelagert werden, 
sofern er noch ganz frisch; dann erfordert er dazu ein 
tägliches Umstechen, unter Umständen ist dies selbst 
zweimal täglich erforderlich.  Späterhin, wenn der 
Samen vollständig ausgetrocknet ist und die einzelnen 
Samen rollen, keinerlei Neigung sich zu ballen zeigen, 
nicht mehr in Gruppen und Klümpchen zusammenlaacken, 
dann darf man den Samen schon kniehoch aufschiitten, 
muss denselben aber wöchentlich zweimal umsetzen; doch 
dies nur bei trockenem Wetter, sonst schadet man mehr 
als man bessert.  
Ußlw1'ßlir-V91'- Ich habe im Verlaufe dieser Darlegung eingehend die 
 Einflüsse nachgewiesen, welche auf die Bildung der in den 
"Yaotlftt feldmitssi -b t o 11-  n n 1 Fitt- 
Stnmfruchtcn . g ange au en e samereien en 1a enen e 
(Niissen) und gcmcnge einzuwirken im Stande sind und zwar solche, 
jenes der die bei der Oelbaumfrucht von vorneherein ausgeschlossen 
äamflfldlls bleiben. Zu diesen gefahrbringenden Einflüssen, die das 
"wduheih Produckt der Oelptlanze zu maltechnischen Zwecken un- 
brauchar machen können, treten noch andere, ebenfalls be- 
sprochene Umstände, die nicht weniger der Beachtung wcrth 
sind, weil sie vielleicht noch bedenklicherer Natur sind. Sollte 
das Gesagte noch etwa der Bestätigung bedürfen, so will 
ich nicht unterlassen wiederholt darauf aufmerksam zu 
machen, dass sich keine, vor dem fünfzehnten Jahrhundert 
in Oel gemalte Decoration, nicht der spärliehste Rest 
eines Oelanstriehes erhalten hat, obschon es an Berichten 
über die Verwendung von Oel "zum Mischen der Farben" 
nicht fehlt. Und aus eben dieser Zeit, in welcher die 
zahlreich ausgeführten Oelanstriche und decorativen Aus- 
schmückungerl in Kirchen wie in den wohlverwahrten 
Gemächern der Könige so baldigem Untcrgange verfielen, 
aus dieser Zeit stammen doch die scheinbar unverletz- 
liehen, keinen Verfall kennendcn, so tief, so voll und 
dennoch so milde leuchtenden, in ihrer Kristallklarheit 
fast ed'lem Gesteine vergleichbaren Oelbilder, die jene 
Periode der Wiederbelebung, die Zeit der van Eycläs und 
ihrer Gefolgschaft charakterisiren. 
Eine genauere Beobachtung der beim Auftroeknen 
der verschiedenen Oele in die lilrscheinung tretenden Vor- 
gänge regte zunächst in mir den Gedanken an, dass 
namentlich jenes, von den vorgenannten Meistern als 
Bindemittel den Blarben zugesetzte Oel, kein von einer 
Sonnnerpfianzc, einer einjährigen Oeljaflanzo entnommenes
        

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