Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1839808
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Wie solche für pharmaceutische und chemische Laboratorien 
angefertigt werden; diese haben schon einen Pressbehälter 
bis zu 16 Literl) lnhalt. Auch können ja selbst bei 
noch grösserem Betriebe hydraulische Handpressen 
verwandt werden, welche bei einem Inhalte des Press- 
gefässes von 60 Liter schon einen Druck von 
55000 kg. und bei solchen von 100 Liter Inhalt einen 
solchen von 75 000 kg. auszuüben vermögen. Diese Hand- 
pressen gestatten schon in einer Stunde zwei bis drei 
Pressungen zu machen.  Hieraus erhellt, dass maschineller 
Betrieb (durch Dampf oder Gasmotoren etc) zur Her 
stellung der zu Kunstzwecken erforderlichen Oele ganz 
entbehrlich ist und dass Künstler wie Oelfarbenfabrikanten 
durchaus nicht auf die Marktoele angewiesen sind. Es 
erübrigt noch darauf aufmerksam zu machen, dass man 
sich zur G-ewvinnung von Leinoel zu künstlerischen Zwecken 
nur der schon erwähnten baltischen Leinsaat bedienen 
soll. Alle übrigen Saaten sind zu gedachtem Zwecke 
minderwerthiger. Unbegreiflieher Weise wird aber sogar von 
einzelnen Firnissfabrikanten das Leinoel aus Ostindisehen, 
Bombay- oder Calcutta-Saat seiner helleren Färbung 
wegen vorgezogen, doch ist eben dies wegen seines 
Mindergehaltes an Linolein und der auf Kosten dieses 
vermehrten Fettgemenge nicht brauchbar.  
Ueber die Zeit der Pressung des Samens ist zu be- 
merken, dass es sich empfiehlt, den Samen mindestens  
zwei Monate zu lagern, ist er feucht gewachsen dann 
können selbst sechs Monate Lager erforderlich sein. Dies 
Lagern hat bei gut-gereifter Saat weniger den Zweck des 
Naehreifens, den man durch längeres Lagern bei dem als 
(iespinnsb, als Faserptlanze kultivirten Lein (Flachs) er- 
strebt, sondern den Zweck, den für die Oelgewinnilng 
störenden Wassergehalt zu beseitigen.  Der Auf-Ur-bcr Aufbe- 
bewahirung der Oelsamen soll ebenfalls hier gleich gedacht  d" 
werden. Dieselben verlangen ein hauligeres Umsetzen, Oulsaatßil" 
Wenden, Dureheinanderwerfen als das Getreide. Der 
Bodenraum wo Oelsamen gelagert wird, muss Durchzug 
haben, um die stets mit Feuchtigkeit geschwangerte Luft 
rasch zuerneuern, sonst wird frischer Samen schimmelig. 
l) Man hat suhon Pressen von nur 11,72 Liter 
Ncttodruck von circa 50 Kilngr. pro [jcentinxetcr 
2 Liter an mit 150 Kilogr. Druck. Auch werden Hm 
zu einem Druckvermögnn von 98,000 Kilogr. gebaut. 
Inhalt 
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