Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1839778
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vorkommend, während die dritte Gruppe verschiedene Oele 
enthält, wie man sie eben dem gewöhnlichen Handel 
entnimmt. Die hier von einem gewissenhaft arbeitenden 
Die Ulltßl" Chemiker gemachten Unterscheitlungen sind so bezeichnend, 
Sächmlg der dass sie gewiss jede weitere Bemerkung ausschliessen. Es soll 
ele auch   '   
durch den aber Jeder wissen, dass es die einfachste Sache von der Welt 
Nitjllt-Cllelni- ist, sich über die Reinheit der Oele zu vergewissern, indem er 
14Wßusfülll'bfll'dieselben auf ihren Gefrierpunkt untersucht. Im Winter ist es 
ja in einem Eimer voll Eis und Schnee leicht zu besorgen, und 
besteht hierfür heute auch im Sommer keine Schwierigkeit 
mehr. Es gefriert nämlich 
Cottonoel schon bei 2 Grad unter O0 Celsius. 
Leinoel dagegen erst bei  27  27,50 C. 
Mohnoel erstarrt bei  18,0  18,50 C. 
Nussoel gefriert bei  27,5 -28" C. 
Bankulntissoel, auch Candlenussoel oder Lackbatimoel ge- 
nannt, wovon noch später die Rede sein wird, erstarrt schon 
bei O" C.  Es ist gewiss hier am Platze, jedem Interessenten 
eine weitere Uebersicht über dies hochwichtige Gebiet zu er- 
öffnen.  Um, mit Rücksicht auf die in der Nummer vom 
1. Januar 1886 publicirten Untersuchungsresultate Stockmeiiars, 
bei den Verhältnissen des Jahres 1885 zu bleiben, so bestand 
eben damals zwischen Lein- und Cottonoel (wie schon zum 
Oeftern) ein solcher Preisunterschied, dass sich die Fälschung 
lohnte. Die leichte Verwendbarkeit und der billige Preis 
des Cottonoels führte eben zu einer ganz ansserortlentlichen 
Verwendung desselben zum Zwecke des Betruges! Hiervon war 
das Mohnoel noch weniger frei wie das Leinoel. Ein Blick in 
die Zollbestimmungen vom 1. Juli 1885 ist hierfür lehrreich und 
überheben mich jeden weiteren Nachweises. Auf llllohnoel 
 lastete ein Zoll von 10 Mark, Cotton- oder Baumwollsaatoel 
war mit 4 Mark besteuert. Der Zoll für Mohnsaat betrug 
2 Mark, Baumwollsamen war frei!  Schon im Jahre 1882 
sah sich die italienische Regierung gezwungen, das Cottoneel 
mit einem hohen Eingangszoll zu belegen um der Verfälschung 
des Olivenoels durch Cottonoel zu steuern. Noch bezeichnenden" 
für den Umfang und die gescihickte Ausbeutung des Betruges 
ist gewiss der Umstand, dass mir nur sieben verschiedene 
Methoden vorliegen, speeiell Cottonoel im Olivenoel zu erkennen. 
lch nenne: „Cl1e1n.-Ztg." 1883, 355 „Die Prüfung des Oliven- 
oels" von O. Bach.  „Nachweis von "Baumwollsaatoel im 
Olivenoel", H. Bojimga. „Chem.-Ztg." 1881, 851.  „Zur 
Nachweisung der Verfälschung des Olivenoels" empfiehlt
        

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