Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1839758
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handel die Ursprungsstätte verdunkelt ist, scheint Liverpool der 
Ort zu sein, wo das Leinoel mit Fischoel oder Thran vermischt 
wird     England liefert uns drei Hauptmarken von Leinoel. 
Das vormehinste darunter ist rLondonoels, hell in Farbe, doch 
stets etwas trübe, also ein Oel ohne Lager etc; das zweite, 
vLiverpooloelß, in Farbe etwas dunkler, war stets goldklar und 
ein sehr gefragtes Oel, ist aber neuerdings trübe mit röthlichem 
Schleim. Das dritte, wHulleroelß, kann recht gut sein; doch wer 
hundert Fässer kauft, kann ebenso gut hundert Sorten empfangen. 
     Der Ausdruck vFischoelK scheint mir richtiger zu 
sein als Thran, denn die Mischung wird jedenfalls mit ver- 
schiedenen Oelen ausgeführt, weil unter den Seifen, aus diesen 
Oelen gesotten, grosse Verschiedenheit herrscht .     Den 
Geruch nach Thran merkt man am ersten, wenn man das Oel 
erhitzt. Auch an einigen Seifen ist es zu riechen" etc.  
Neßäseiriß- Weiterhin berichtet Dr. Hans Stockmeier (I. Assistent an der 
 Untersuchungsanstalt für Nahrungs- und Genussmittel zu Nürn- 
Oßlfarbon, berg) in Nr. 16 der „Technischen Mittheiltingen für Malerei" 
von A. Keim in München über fünf, verschiedenen Firmen ent- 
nommenen und auf ihre Oele tintersuchte Tubesfarben. Das 
Resultat dieser Untersuchungen bestätigt die eben schon an- 
gedeutete Gefahr, welche die heutigen Handelsverhältnisse mit 
sich bringen. 
Nr. 1 ergab 28 Theile Leinoel und 72 Theile Cottonoel. 
Bei Nr. 2 bestand aller Wahrscheinlichkeit nach das Gemisch 
aus 66 Theilen gekochten und 34: Theilen tingekochten Leinoels. 
Nr. 3 ergab 17,1; Theile Leinoel, 82,4 Theile Cottonoel. 
Nr. 4 enthielt äiönoofo Cottonoel. 
Nr. 5 ergab 31,11'Jf., Cottonoel. 
Da die Farben renommirten Firmen entnommen und die- 
selben versicherten, niemals Cottonoel verwandt zu haben, so 
ist es zweifellos, dass dieselben eben Opfer eines unverantwort- 
lichen Betruges geworden sind. Denn Cottonoel steht auf 
der Grenze zwischen den trocknenden und nichttrocknenden 
Oelen. Noch deutlicher lässt sich über die Verfälschungen 
Dr. Georg Bornemann aus, dessen Worte ich um so lieber 
hierhersetze, weil es noth thut, Wandel zu schaffen und Vor- 
kehrungen zu treffen, die rlns, die Künstlerschaft und alle hier- 
bei interessirten Kreise vor weiteren Betrügereien und Schatten 
Fälschung schützen. Der eben Erwähnte sagt: „Das Leinoel ist vollständig 
(huchMischen rein so gut wie gar nicht im Handel zu bekommen, weil meist 
der (361- schon die Saat mit fremden Samen vermischt wird. So ver- 
Saaten. mischt man die Saat mit der Hälfte ihres Volumens an Hanf-
        

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