Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1839726
55 
drei Doppelbintlungen besitzen können, Linolsäure deren zwei, 
und Oelsäure deren nur eine haben kann, so folgt daraus, 
dass Liuolensätlre am besten, Oelsäure am schlechtesten trocknet. 
Deshalb ist ein an Linolen- und Isolinolensäure reiches Oel für 
maltechnische Zwecke das geeigneteste, und das an Oelsiiure 
reiches das weniger geeignete Oel.  Nach dem Gesagten ist 
es unschwer zu bestimmen, was auf 1andwirthschaftlichem Ge- 
biete zu beachten ist um künstlerisch verwerthbares Leinoel zu 
gewinnen. Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass das alte Ver- 
fahren von den Neuerern schon deshalb als veraltet verworfen 
wird, weil es weniger auf eine sorgfältige Wahrung und Aus- 
nutzung aller den Dung darstellenden oder im Dung enthaltenen, 
theils chemisch gebundener, theils flüchtiger Stoffe abzielt; 
und dennoch bleibt, mit Rücksicht auf die Qualität, der 
Erfolg bei den Alten! Vordem brachte der Bauer, nach- 
dem der Acker abgeerndtet und gebrochen werden, für die 
folgende Flaehssaat im Frühwinter den Stallmist auf's Feld und 
spreitete denselben. Er beliess denselben bis zum Frühjahre, 
und bevor zur Saat gebaut wurde, eggte er alle nicht-ver- 
gohrenen Reste herunter, um keine nicht-verwesten organischen 
Stoffe mit unterzupflügen. Dies Verfahren führte zu einem 
durchaus befriedigenden Ergebniss.  Die neuere Art und 
Weise der Feldbestellung zielt auf die höchstmöglichsten Erträge 
ab, die aber nur auf Kosten des Ackers und der Qualität der 
Früchte erreicht werden wird. Darauf kann es uns aber nicht 
ankommen, sondern darauf, dass die Feldbestelltmg eine solche 
ist, die der Pflanze als Oelpflanze die vollständigste Entwickelung 
gestattet; um dies zu erreichen, ist aber zu den schon eingangs 
entwickelten Bedingungen eine breite Aussaat erforderlich, die 
eine reiche Verästelting der Pflanze zulässt, welche dann vielen 
und ausgebildeten Samen ergibt; mit anderen Worten, eine Aus- 
saat, die auf Saeleinsaat abzielt.  
Nun k0m1nt_ die Art des Pressens, des sogenannten 
Oelsehlagens zu betrachten. Ueber die Art der Oel- 
pressungl) zu van Eyclis Zeiten sind wir nicht unter- 
richtet. Dass aber zur Gewinnung der Malöle eine ein- 
fache Schraubenpresse angewandt werden ist, steht nach 
meinen Versuchen und Untersuchungen fast ausser allein 
Zweifel. Die Sehraubenpresse reicht zur Oelgewinnung, 
Das 
(f)elpresse 
1) Bei den Griechen galt Aristäus aus Ceos (der heute Zea 
nannten Insel). dessen Bienenzucht Virgil bcsungexl, als Eriinder 
voßlpresse".  
E9" 
rler
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.