Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1839672
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wüchsen begegnen wir bei Leinwandbildern aus der 
sogenannten Zopfzeit, die man, die plastischere Wirkung 
einzelner Theile zu erhöhen, von der Rückseite auszubiigeln 
beliebte; doch auch diese Procedur ertrug das Oelfarben- 
material. Diese gewiss merkwürdigen Verwcndungsarten 
der Oelfarbe beweisen aber unbestreitbar, dass,  wie schon 
gesagt  die Bereitungsweise der Farbe eine ein- 
fache war; das Material war nicht durch Vermischung 
künstlich verfeinert werden, ihm War seine natürliche 
Derbheit, eine gewisse Urwüehsigkeit verblieben, die sich 
in seiner Unverwüstliehkeit nur zu deutlich bekundet. 
Halten wir deshalb zunächst an der Einfachheit fest, denn 
Die grösste diese Bestimmung zeigt uns den richtigen Weg. Demrje 
be?ifläglllliqläl_ konlplielrter die Verbindungen sind, um so umfangreicher 
verfahre]; und andauernder gestalten sich nachher die auf der Bild- 
bietetdie Einjiäche sich vollziehenden Umwandlungen; die, mit anderen 
fachheit. iVorten gesagt, eine Reihe, eine ganze Kette chemischer 
Processel) darstellen, welche nach Möglichkeit zu ver- 
meiden sind. Dem Trockenprocess den naturgemassen 
 Lauf zu sichern und nach Möglichkeit zu beschleunigen, 
ist unser anzustrebendes Ziel. 
Welche Oelc Da die Oelbilder früherer Schulen, vornehmlich jene 
sttmflßnflc" der van Eyck's und ihrer Gefolgschaft die tadellosestc 
 Erhaltung zeigen, so wird sich zunächst die Lösung der 
 D  Frage empfehlen: ,Welche Materialien haben den Meistern 
des fünfzehnten Jahrhunderts zur Verfügung gestandenq  
Da ist nun in erster Linie das in dem Geburtslande 
der van Eyek's zwischen Maas und Niers jederzeit und 
Das Leinoel- bis zur Stunde so reich gewonnene Leinocl zu nennen 
Die Vortheile, die dieses Oel bietet, kennt jeder tüchtige 
Anstreichermeister; er weiss es schon durch den Grad des 
Einkochens langsamer oder schneller trocknend zu be- 
reiten; durch weiteres eindicken, einkochen, schafft er sich 
für die verschiedensten Verwendungen einen Leinoeltirniss 
den ihm keine anderen heute gebräuchlichen Substanzen 
ersetzen. An Härte und Haltbarkeit, steht das Leinöl 
allen zur Stunde in Kunst und Gewerbe Verwendung 
findenden trocknenden Oelcn voran. Ob nun die van 
Eycläs Leinoel verwandt haben oder nicht, dies ist eine 
Frage, die uns nicht zunächst beschäftigen kann, sondern 
die, ob wir über dasselbe Lcinöl verfügen, wie es den 
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Anmerkung 
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