Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1839650
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Neue Kunst- 
cpouhe: 
PTubert und 
Johann 
van Eyvk. 
Zur Mal- 
tnnlnlmik der 
(ivbriilh-r 
van Eyulc. 
unseligen Streites geschieht urkundlich der gesellschaft- 
lichen GliederungÜ und des inneren Verbandes dort be- 
stehender Convente Erwähnung. Dies berechtigt zu der 
Annahme und erklärt auch die uns bekannte Fortführung 
der einst ererbten Kunsttraditioncn sowohl in betreff der 
technischen Mittel, als auch mit Rücksicht auf jene, in 
der christlichen Zeit entwickelten Darstellungsweisen. WVir 
erkennen und finden zu nicht geringer Ueberraschung die 
hier leitend gewesenen Gedanken in späteren Zeiten auch 
in unseren nordischen Kathedralen verwerthet; wir sehen 
sie bei der Decoration der Gewölbe und Wände, am Chor- 
gestühl und an den Aussenportalcn; ja an Brunnen- 
monumenten, in Miniaturen und bei kunstgewerblichen 
Geräthen angewandt. Dies führt zu der Ansieht, dass 
der Athos der Ausgangspunkt der Verbreitung byzan- 
tiniseher Kunst gewesen ist.  
Erneuten Aufschwung nimmt die Kunst dann mit dem 
Auftreten der ,Gelorüder Hubert und Johann van Eyck. 
Als diese der erstaunten Mitwelt ihre lichtstrahlenden, 
farbenprächtigen Tafeln schenkten, bestand weder südlich 
noch nordwärts der Alpen eine Oeltarbenmaltechnik, welche 
höhere Ansprüche befriedigt hatte. Zwar kannte man 
hüben wie drüben trocknende Oele, Ällroekenlnittel und 
selbst Firnisse, was aus gleichzeitigen Aufzeichnungen 
erhellt; doch nach den Spuren irgendtvelcher Benutzung 
zu künstlerischen Zwecken schauen wir vergebens aus. 
Da sich nichts von den uns gemeldeten (i)elanstrichen und 
dceorativen Malereien der jüngsten Vor-Eycläschen Zeit 
erhalten hat, so muss das verwendete Material ein äusserst 
mangelhaftes und ein zu laünstlerischen Zwecken durchaus 
unbrauchbares gewesen sein.  In diese Zeit nun fällt 
die uingestaltende Erfindung der Gebrüder van Eyck!  
Als dieselben mit ihrer Erfindung hervortraten, war die 
neugefundene Technik vollkommen, keiner Verbesserung 
fahig  wenigstens keiner bedürftig. Dies beweisen schon 
die vier Jahrhunderte, die spurlos an den WVei-ken der 
van Eyckks und deren unmittelbaren Nachfolger vorüber- 
gegangazn sind. Was aber die neu-gefundene lNhrl-Technilt 
um so beachtenswerther, um so schatzenswerther 
macht, ist der Umstand, dass sie" die freiestc Benutzung 
gestattete, die dann auch in der Folge zu einer ungeahnten 
Entwickelung der Oelmalerei führte. Wenn (lcmnach 
Fallmerayer, 
Fragmente 
dem 
3.118 
Orient, 
247.
        

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